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#2# Geocaching mit Eintrittspreis ?


Aktuell wird in der Community ja viel diskutiert und die Meinungen sind sehr geteilt. Der Grund der Diskussionen, der Owner Staubfinger0702, welcher durch seine Ausnahmecaches (u.a. "Dexter" oder "Die 3 ???") einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, hat sich zur aktuellen Situation bezüglich seiner Caches - Dexter 2 & 3 -  geäußert. Wie viele von euch ja sicher auch wissen, ist bei den Geocaches sehr viel Technik verbaut und die Kosten überschreiten weit den 3 - stelligen Bereich. Die Kosten für die Wartung und Miete werden durch freiwillige Spenden oder den Coinverkauf finanziert. So soll es sein und so hat es die letzten Jahre auch scheinbar gut funktioniert. Sich durch freiwillige Spenden, T - Shirtverkauf, Verkauf von Coins zu finanzieren - all das ist legitim und so handhaben es auch andere Owner von wirklich sehr aufwendigen Dosen (z.B. Müssmannhaus oder die Dosen im Hotbina - Land). Laut dem Owner wird Dexter in dieser Form wohl nicht mehr machbar sein, da die Einnahmen durch den Coinverkauf oder die freiwilligen Spenden die Kosten für die Miete und Wartung scheinbar nicht mehr abdecken. Es gibt derzeitig Verhandlungen mit dem HQ, um eine Lösung im Sinne der Community zu finden.

 

Als Premium - Mitglied zahlt man einen Jahresbeitrag, um das Geocachen in vollem Umfang nutzen zu können. Für einen wirklich kleinen Betrag (circa 30 Euro, variiert je nach Angebot) ist die Nutzung in vollem Umfang möglich. Was wäre nun aber, wenn man für Ausnahmecaches auch einen Eintrittspreis zahlen müsste ? Staubfinger äußerte sich dazu, dass, wenn es keine Lösung mit dem HQ geben sollte, es dann gleich zu Beginn der Dexter 2 & 3 - Dosen ein Logbuch zu finden geben wird, in welches man sich eintragen kann. Somit wäre der offizielle Teil dann erledigt. Für den inoffiziellen Teil, also das komplette Erlebnis, müsste man sich dann mit ihm kurzschließen, eine Summe x zahlen, um Zugang zu erhalten. Fakt ist ja nun aber auch, dass die Geocaches solch einen Bekanntheitsgrad erreicht haben und viele Leute aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland anziehen und sicher kaum Jemand eine weite Anreise in Kauf nehmen wird, nur um sich in das Logbuch einzutragen, ohne den inoffiziellen Teil erlebt zu haben. Sicher, es gibt auch eine Vielzahl anderer qualitativ hochwertiger Dosen in der näheren Umgebung. Dennoch kann man auch sagen, dass die Staubfinger - Caches sehr viel dazu beigetragen haben, dass so ein großer Zuspruch ist. Grundsätzlich sollte man auch bedenken, dass man als Geocacher sehr viel Geld für Zubehör, Sammel - und Tauschgegenstände, Veranstaltungen, Touren etc. ausgibt. Da würden die wenigen Euro Eintritt sicher auch niemandem weh tun. 

 

Der Grundgedanke des Geocachens ist ein anderer - viele spannende und sicher auch einmalige Erlebnisse, die kostenlos sind (die Jahresgebühr berücksichtigen wir dabei nicht). Man sollte dennoch nicht außer Acht lassen, dass viele Owner keine Mühen und Kosten scheuen, um ein möglichst aufwendiges Erlebnis zu schaffen. Über die Kosten sollte man sich als Owner im Klaren sein. Uns bereitet die Situation nur ein wenig Bauchschmerzen - wenn man merkt, dass sich die Kosten durch Spenden und den Coinverkauf nicht mehr decken, warum published man dann quasi zeitnah wieder einen neuen aufwendigen Geocache (Dracula 2.0), welcher auch wieder Zeit und Geld verschlingen wird ? Dann halte ich meine Sachen doch klein, um die Kosten decken zu können. Das erschließt sich uns nicht so ganz. Des Weiteren gab es vor geraumer Zeit auch einen Podcast, in welchem der Owner Staubfinger0702 über seine aktuellen Dosen spricht und da schien ja noch alles super zu sein und die Spendeneinnahmen und die Einnahmen durch den Coinverkauf haben die Kosten für die Dosen voll und ganz abgedeckelt. War das alles doch nur ein Marketingtool und Werbung für seine Neuerscheinung? Auch das erschließt sich uns nicht so ganz.

Sollte das HQ dem nun zustimmen, eben weil es ein Ausnahmecache ist, dann würde das Ganze unserer Meinung nach in eine falsche Richtung laufen. Viele Owner von qualitativ hochwertigen Dosen würden sich da sicher auf den Schlips getreten fühlen und dann vielleicht auch nachziehen wollen. Anderes Szenario : ein beliebiger Owner x denkt sich dann : ich nehme jetzt auch einfach viel Geld in die Hand, schaffe etwas technisch Hochwertiges und kassiere für meinen Geocache dann auch Eintritt. Das wäre doch alles ein ewig langer Rattenschwanz. Ein wirklich sehr spannendes Thema und man darf gespannt sein, wie sich das Ganze noch entwickeln wird. Für viele Geocacher wird ein kostenpflichtiger Geocache sicher auch ein Grund sein, um ihn auf die Ignore - Liste zu setzen.

 

Biete ich das Ganze nun aber privat an, dann ist auch klar, dass ein Gewerbe angemeldet werden muss. Dann erwarte ich aber auch, dass alles so funktioniert, wie es zu funktionieren hat und funktioniert etwas einmal nicht, dann erwarte ich genauso, dass der Owner sofort vor Ort ist, um das Ganze zu reparieren, da ich für dieses Erlebnis ja nun auch gezahlt habe. Des Weiteren wäre dann ja auch die Frage des Versicherungsschutzes. Was ist, wenn mir während des Spielerlebnisses etwas passiert ? Wer haftet dann dafür?

 

Dieses Thema ist aktuell wirklich sehr spannend und beschäftigt die Community auch sehr. Freiwillige Spenden und der Verkauf von Coins, in unseren Augen absolut legitim. Nur, ob wir auch bereit wären, für hochwertige Dosen zu zahlen? Escape - Rooms gibt es ja zur Genüge. Dafür zahlen wir auch gerne, aber der Grundgedanke des Geocachens ist eben ein komplett anderer. Sollte es wirklich bald so einen Modus geben, dass man für einen Cache im Voraus bezahlen muss, dann wird sich bei unserem geliebten Hobby einiges ändern. Ein guter Geocache ist immer eine Spende wert. So einen Cache belohnt man dann auch nicht nur mit einem Favoritenpunkt. Dennoch alles auf freiwilliger Basis. Wenn ich das Risiko eingehe, einen Geocache zu bauen, welcher auch Folgekosten nach sich zieht, dann bin ich mir dessen von Anfang an bewusst. Stelle ich dann fest, dass die Kosten zu hoch sind, dann fahre ich die Anzahl meiner Caches folglich runter. Somit bleiben die Caches umsonst und die Qualität dennoch hoch. Sicher wünschen wir uns, dass es auch weiterhin engagierte Owner geben wird, die für die Community aufwendige Erlebnisse schaffen, nur wäre man dann auch bereit, einen Eintrittspreis für dieses Erlebnis zu zahlen ? Wie seht ihr das und wie steht ihr zu dem Ganzen? Schreibt uns doch einmal eure Meinung dazu.

 

Wir freuen uns darüber, mit euch sachlich diskutieren zu können.

 

Bis bald,

 

Micha und Karo



Update : 24.12.2019 - der Owner Staubfinger0702 äußert sich in einer Facebook - Gruppe zur aktuellen Thematik : Dexter2 wird am 01.01.2020 archiviert und Dexter3 bleibt in seiner bisherigen Form bestehend.

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Kommentare: 8
  • #1

    Biemsen2001 (Montag, 23 Dezember 2019 17:22)

    Unabhängig von der Qualität der jeweiligen (und den konkret betroffenen) Caches ist meine Meinung folgende: Geocaching ist ein Hobby und sollte es bleiben. Wer Caches legt sollte sich während der Konzeption Klarheit über die (möglichen) Kosten des ausgelegten Kosten und seine finanziellen Möglichkeiten verschaffen. Entweder kann/will er diese Kosten tragen oder nicht.
    (Wenn sich irgendwann nach dem Legen des Caches die finanzielle Situation des Owners ändert, wird jeder über eine Adoption oder Archivierung Verständniss haben.)
    Gerne "subventioniere" ich einen absolut herausragenden Cache eines anderen Owners FREIWIlLIG durch eine Spende oder durch einen Coin-Kauf, wenn ich absolut begeistert bin und es die Möglichkeit gibt; Aber aus o.g. Gründen lehne ich einen verpflichtenden Eintritt bei Besuch eines Caches ab.
    Auch die Lösung "Logbuch kostenlos am Anfang" zieht für mich nur bei Tradis. Was macht z.B. ein Multi-Cache oder Mystery für einen Sinn, wo ich gleich am Parkplatz oder an der 1. Station loggen kann?

  • #2

    blafoo (Montag, 23 Dezember 2019 18:45)

    Die Dexter-Caches kenne ich nicht, dafür aber Müssmannhaus, Vergissmeinnicht und "Kinder des Buchbinders". Alles drei sind Caches, wo die Owner verdammt viel Zeit, Energie und Kosten investiert haben und die einfach MEGA sind. Bei allen drei müsste ich auch eine kleine Spende hinterlassen haben.
    Hätte ich bei den dreien Eintritt gezahlt? Klares JA*. Mir sind solche Caches in der Qualität alle mal lieber als ein weiterer Tradi oder Angel-Cache wo ich mich kaum an Details erinnere. Außerdem spricht sich ja rum welche Dose ihr Geld wäre und es sind ja gewisse Voraussetzungen bzgl. der Location erforderlich. Bei einem Feld-und-Wiesen-Multi wird kaum jemand eine Kasse in die Pampa stellen.

    *) sofern ich im Vorfeld weiß, dass a) Eintritt bezahlt werden muss und b) es sich um kleinere Beträge wie z.B. 10€ handelt

  • #3

    michaundkaro (Montag, 23 Dezember 2019 18:55)

    @biemsen2001 und @blafoo
    Vielen lieben Dank für euer Feedback. Was wäre denn nun aber, wenn sich dieses Modul durchsetzen würde ? Würde unser Hobby nicht darunter leiden? Das Ganze würde doch in eine komplett falsche Richtung laufen, oder nicht ? Bei Ausnahmedosen ist man gern bereit etwas zu spenden, aber alles auf freiwilliger Basis ..andere Owner mit viel aufwendigeren Dosen können sich doch auch so finanzieren. Der zeitgleiche Publish einer ebenfalls sehr aufwendig gemachten Dose zieht halt einen faden Beigeschmack nach sich. Man wird sehen was passieren wird.

  • #4

    TRCB (Montag, 23 Dezember 2019)

    Auch ich sehe Geocaching als ein Hobby und es zwingt ja niemand den Owner solche aufwändigen Caches zu legen, nur damit er sich am nächsten Event mit seinen Fav.Punkten brüsten kann.
    Eine freiwillig Spende ist kein Thema, aber mehr auch nicht.

    Wenn er mit solchen Caches Geld verdienen will soll erhalt einen Escape Room daraus machen

  • #5

    michaundkaro (Montag, 23 Dezember 2019 20:32)

    @TRCB
    Da sind wir voll und ganz Deiner Meinung!

  • #6

    webmicha (Montag, 23 Dezember 2019 20:49)

    @TRCB: das kann man auch umdrehen. Es wird ja kein Cacher gezwungen solche Caches zu machen, nur damit man sich sich beim nächsten Stammtisch damit brüsten können was für ein toller Hecht man ist.

    Die meisten Escape Rooms können überhaupt gar nicht mithalten und kosten sehr viel mehr (?) Geld. 60 - 100 € für eine Stunde sind ja auch kein Pappenstiel...

    Ich persönlich würde gerne "Eintritt" bezahlen um so geile Caches machen zu können. Es gibt nur wenige Owner in Deutschland die es überhaupt drauf haben solch aufwendige Cache-Erlebnisse zu kreieren. Sowas macht man vielleicht 2-3 Mal im Jahr, da tun 10 € "Eintritt" nicht weh. Wer das nicht will, kann ja dafür stundenlang irgendwelche Petlinge aus irgendwelchen Bäumen angeln. Es ist für jeden was dabei.

    Für Mega-Events sind auch tausende Cacher bereit Eintritt zu bezahlen.

  • #7

    M Monk (Dienstag, 24 Dezember 2019 11:01)

    Erstaunlich viele Cacher zahlen an GC.com für einen Premium Account. Geben einen Haufen Geld für ECA Equipment aus, fahren hunderte von Km im Jahr, für hier Hobby. Sie zahlen Eintritt bei Events, sammeln Coins usw. aber an ein paar Euro für aufwendig gemachte Caches soll es dann scheitern. Es zwingt einen ja keinen, diese dann zu machen. Wenn das HQ entsprechend harte Regeln aufstellt, ab wann für einen Cache Eintritt genommen werden kann, hätte ich überhaupt kein Problem damit.
    Frohe Weihnachten und weiterhin happy hunting allen.

  • #8

    Ingmar (Dienstag, 24 Dezember 2019 14:27)

    Auf der einen Seite stimmt es natürlich, dass Aufwand & Kosten Sache des Owners sind. Und wenn die Kosten nicht mehr getragen werden können, muss ich mir als Owner solche Caches eben verkneifen.
    Auf der anderen Seite, und das wurde hier auch schon genannt: Viele Cacher geben eine Menge Geld aus für Benzin, Ausrüstung, Events - und da soll ein Obulus von weit weniger als einer Tankfüllung zuviel sein? Groundspeak verschenkt meiner Ansicht nach durch dieses "Kein Kommerz ausser von uns" eine Menge Potenzial. Was spricht denn dagegen, einen Cache im Museum zu verstecken(mit Einverständnis natürlich), der nur während der Öffnungszeiten gemacht werden kann? Oder eben eine Eintrittsgebühr für einen Cache zu erheben? Das ist im Grunde genommen dasselbe.