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#2# Städtetrip Edinburgh

Edinburgh, die hügelige Hauptstadt Schottlands mit seinen knapp 520.000 Einwohnern, liegt im Südosten des Landes in der Region "The Lothians", einem Fjord der in die Nordsee mündet. Edinburgh ist nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands.

Diese spannende Stadt haben wir Anfang des Jahres, im Januar 2020, über ein verlängertes Wochenende besucht und erkundet. Wir möchten Dir hier ein wenig von unseren Eindrücken und Erlebnissen erzählen.

Tag 1 - Arthur's Seat & Stadterkundung


Unsere Unterkunft hatten wir sehr zentral gelegen, also viel besser ging es eigentlich schon kaum. Nur wenige Gehminuten vom "Edinburgh Castle" entfernt, direkt am "Grassmarket", hatten wir hier wirklich die perfekte Lage. 

Vom Flughafen aus fährt die Buslinie 100, welche uns direkt in das Zentrum gebracht hat. Ein Ticket konnten wir für 4.50 P£ (circa 5 €) erwerben. Alternativ kann man auch die Tram nutzen (Ticketpreis 5.50£ / Hin - und Rückfahrt 8.50£). Auch in Edinburgh gibt es Angebote, um die Stadt kostengünstig zu erkunden und den ein oder anderen Euro zu sparen. Wenn Du Dich da einmal näher informieren möchtest, dann "klick" doch einfach hier. Wir haben uns dazu entschieden, die Stadt während unseres Aufenthalts zu Fuss zu erkunden.

 

In unserer Unterkunft ist alles sehr einfach gehalten gewesen - kein TV und kein Wlan. Das Gebäude selbst ist 200 Jahre alt, ein traditionelles Mietshaus, welches eine Menge Charme versprüht hat. Uns ist sofort aufgefallen, dass es in Edinburgh keine Namen an den Häusern zu finden gibt. Stattdessen findet man die Aufteilung in Stockwerke und Wohnungsnummern.

Athur's Seat

Aufgrund der Wetterprognose für Samstag, entschieden wir uns dazu, den Aufstieg auf den 251 Meter hohen Hausberg der schottischen Hauptstadt gleich am Anreisetag zu wagen. Wir können nur Jedem empfehlen diesen Aufstieg bei einem Besuch in Edinburgh unbedingt mit einzuplanen. Die Sicht vom Gipfel des Berges ist einfach atemberaubend. Arthur's Seat ist der bekannteste der sieben Hügel von Edinburgh und auch der höchste. Er zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen Edinburghs. Er besteht aus den Überresten eines Vulkans, der vor etwa 350 Millionen Jahren existierte und dann vor etwa 2 Millionen Jahren von einem Gletscher von West nach Ost geschoben wurde. Dadurch entstanden steile Felswände im Westen und ein sanft abfallender Hang im Osten. Diese Steilwände, eine Reihe von Basaltklippen, die auch Salisbury Crags genannt werden, konnten früher entlang verschieden schwieriger Routen geklettert werden, sind aber nun wegen Brüchigkeit gesperrt.

Vom Gipfel bieten sich beeindruckende Blicke über ganz Edinburgh bis hin zur Brücke über den Firth of Forth, zu den Southern Uplands, dem Bezirk East Lothian und den südlichen Highlands, die während unseres Aufenthalts schneebedeckt waren. Festes Schuhwerk ist beim Aufstieg ganz klar von Vorteil. Auf dem Gipfel gibt es auch einen sehr interessanten Earthcache, welchen wir natürlich auch "gespielt" haben. Das bietet sich ja quasi auch an bei diesem sehr geschichtsträchtigen Hügel. Plant unbedingt einen Besuch mit ein, solltet ihr auch einmal in Edinburgh sein.

Stadterkundung

Unbedingt probieren solltest Du auch einmal das typische schottische Nationalgericht - Haggis. Haggis ist eine Spezialität aus der schottischen Küche und besteht aus dem Magen eines Schafes, paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Haggis ist mit Pfeffer scharf gewürzt und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst. Vergleichen kann man es vom Geschmack her etwa mit Grützwurst. Das klingt alles im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber sehr lecker. Serviert wird das Ganze mit pürierten Kartoffeln, brauner Sosse und Wurzelgemüse.

Auch ist der in Schottland herrschende Linksverkehr sehr gewöhnungsbedürftig für uns gewesen. 

Die meisten Einwohner Edinburghs sind Schotten, daneben gibt es viele Iren und auch Deutsche, Polen, Italiener, Ukrainer, Pakistaner, Sikhs, Bengalen, Chinesen und Engländer. Traditionell ist Edinburgh ein wichtiges Handelszentrum, das Schottland mit Skandinavien und Kontinentaleuropa verbindet. Edinburgh hat nach London die zweitstärkste Wirtschaft aller Städte im Vereinigten Königreich und mit 53% der Bevölkerung den höchsten Anteil an Arbeitnehmern mit einem beruflichen Abschluss.

Prägende Wirtschaftszweige im 21. Jahrhundert sind die Finanzdienstleistungen, wissenschaftliche Forschung, Hochschulbildung und der Tourismus. Das Bankwesen ist seit über 300 Jahren eine Hauptstütze der Wirtschaft Edinburghs. Die Bank of Scotland wurde 1965 durch das schottische Parlament gegründet. Heute ist die Stadt durch die Finanzdienstleistungsbranche mit ihrem besonders starken Versicherungs - und Investmentsektor das zweitgrößte Finanzzentrum in Großbritannien und eines der größten in Europa. Aufgrund der direkten Küstenlage herrscht in Edinburgh ganzjährig ein eher mildes Klima. In den Sommermonaten beträgt die Durchschnittstemperatur 18 Grad. Der Tourismus ist ein weiteres wichtiges Element der Wirtschaft Edinburghs. Es ist die am meisten von ausländischen Besuchern besuchte Stadt in Großbritannien nach London. Die Alt - und Neustadt von Edinburgh sind im Jahr 1995 in die Liste des UNESCO - Weltkulturerbes aufgenommen worden. Edinburgh ist als wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Eisenbahn - und Straßenverbindungen mit dem übrigen Schottland und mit England verbunden. Der öffentliche Personenverkehr innerhalb der Stadt wird durch ein umfassendes Busnetz bedient (Lothian Buses), das den größten Teil der Verbindungen ohne Umsteigen (Einzelfahrscheine berechtigen nicht zum Umsteigen) abdecken. 2007 begann der Bau der Straßenbahn Edinburgh, welche die Strecke vom Flughafen bis in die Innenstadt abdeckt. Bis 2023 soll die Strecke bis nach Newhaven erweitert werden. Zentral in der Stadt liegt der Bahnhof Edinburgh Waverly an der East Coast Main Line.

Tag 2 - Old Calton Cemetery, Calton Hill, Edinburgh Castle


Wir hatten unsere Unterkunft direkt an der Royal Mile. Das ist die berühmteste Straße der Altstadt. Nimm Dir Die Zeit und schau Dir die vielen kleinen Seitengassen, "Close" genannt, an. Man nennt sie so, weil sie teilweise so schmal sind, dass Du mit ausgestreckten Armen beide Seitenwände berühren kannst. In diesen kleinen Gassen lebten früher die armen Menschen auf engstem Raum. Die reicheren Leute lebten auf dem Berg. Heute wirken die Straßen gerade zu malerisch mit den vielen kleinen Restaurants, Pubs und Souvenirgeschäften. Was wir uns aber tatsächlich gefragt haben - wer kauft eigentlich die vielen Kilts, die überall angeboten werden und wo trägt sie der normale Tourist, der kein Schotte ist ? Wenn Du es weißt, dann schreib uns gern!

Calton Hill

Unser erstes Ziel sollte der Calton Hill sein. Dieser befindet sich inmitten der Stadt und ist mit seinen 103 Metern Höhe gerade bei Fotografen sehr beliebt. Der Sonnenaufgang taucht die gegenüberliegende Burganlage und die Stadt in ein ganz anderes Licht, aber natürlich auch tagsüber hast Du von hier oben einen sehr schönen Blick auf die Stadt. Der Weg führt vom östlichen Ende der Princess Street über Treppen hinauf auf den Hügel. Die Gegend um den Calton Hill umfasst belebte Einkaufsstraßen und ruhige Anliegermeilen. Auf dem Calton Hill befinden sich das National Monument, das Nelson Monument, das Dugald Stewart Monument, das Playfair Monument, der Parliament Cairn, das Old Observatory House und das City Observatory. Seit 1887 befindet sich die Portugiesische Kanone auf dem Hügel.

Bei unserem Besuch im Januar war es kalt und regnerisch. Dafür war der Ausblick fast magisch. Die Berge hinter der Stadt waren mit Schnee bedeckt und als plötzlich noch die Sonne zwischen den Wolken durchbrach und auf die Stadt schien, war uns schnell klar warum Edinburgh zu den schönsten Städten der Welt gehört.

Old Calton Cemetery

Der Old Calton Cemetery ist ein Friedhof im Nordosten des Stadtzentrums. Die Grabstätte wurde 1718 eröffnet und ist die letzte Ruhestätte von mehreren berühmten Schotten, einschließlich dem Philosophen David Hume, dem Wissenschaftler John Playfair, Rivale Herausgeber William Blackwood und Archibald Constable. Diesen Friedhof kannst Du Dir kostenlos anschauen und dabei historische Grabmäler und Mausoleen bestaunen. Hier findest Du auch das Denkmal der politischen Märtyrer, ein 27 Meter hoher Obelisk, der 1844 errichtet wurde und das amerikanische Bürgerkriegsdenkmal, das Abraham Lincoln darstellt. Der Friedhof ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof "Edinburgh Waverly" entfernt.

Edinburgh Castle

Die Burg Edinburgh Castle gilt als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schottlands. Die Höhenburg steht im Zentrum von Edinburgh auf dem Castle Rock. Die Burg steht auf dem leicht zu verteidigenden Basaltkegel eines erloschenen Vulkans. In seiner 1000 - jährigen Geschichte erlebte das Edinburgh Castle zahlreiche Belagerungen, z.B. während der schottischen Unabhängigkeitskriege im 14. Jahrhundert und wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Dies führte dazu, dass das Schloss heute die Architektur unterschiedlichster Epochen zeigt.

Das Edinburgh Castle ist quasi von überall aus der Stadt zu sehen und ist die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit Schottlands. Der Eintritt mit umgerechnet knapp 20 Euro ist nicht unbedingt günstig, aber ein Besuch lohnt sich definitiv. Es befinden sich mehrere Museen sowie auch Kanonen, die Kronjuwelen Schottlands sowie auch der Krönungsstein "Stone of Destiny" auf dem großen Areal. Für die gesamte Erkundung dieser riesigen Anlage kannst Du hier mehrere Stunden einplanen. Alleine der Ausblick über die Stadt bis zum Firth of Forth sind einmalig. Wir haben das Schloss kurz vor Einbruch der Dunkelheit besucht und konnten so die Dämmerung erleben, als unter uns überall die Lichter in den Häusern angingen. Am meisten fasziniert haben uns die Verliese, in welchen die Gefangenen eingesperrt und zum Teil auch gefoltert worden sind. Die militärische Geschichte Edinburghs kannst Du hier hautnah erleben, denn es befinden sich sämtliche Rüstungen und Schwerter sowie viele andere historisch sehr bedeutsame Gegenstände in den Gemäuern. 

Wir empfehlen Dir das Edinburgh Castle unbedingt zu besuchen, wenn es Dich einmal in die Stadt führen sollte.

Tipps & weitere Hinweise


Die offizielle Währung ist der Pfund (£). Ein Pfund entspricht ungefähr 1.15 €. Du kannst allerdings auch fast überall mit einer Kreditkarte zahlen und brauchst kein Bargeld. Dabei kann man natürlich auch sehr schnell den Überblick verlieren, also wäge für Dich ab wie Du am Besten fährst. Mit einigen Karten zahlst Du nämlich zusätzlich noch eine Auslandsgebühr.

 

 Edinburgh hat viele Gesichter und Highlights. Egal ob ihr die Natur um die Stadt herum erkundet, die alten Gebäude und den Untergrund besuchen wollt und dabei schaurige Geschichten anhört, eines der vielen Museen besucht oder einfach nur Scotch Whisky aller Regionen testen möchtet. Edinburgh hat wirklich für jeden etwas zu bieten. 

 

Viele Museen in Edinburgh sind kostenlos. Ein guter Tipp wäre da das "National Museum of Scotland". Hier findest Du eine Mischung aus Technik, Natur und der Geschichte Schottlands. Hier kannst Du ausprobieren, anfassen und vieles entdecken. Plant für den Besuch 2 - 3 Stunden ein. Im Writers Museen kannst Du auf den Spuren berühmter schottischer Schriftsteller wie Robert Burns oder Sir Walter Scott (Ivanhoe) wandeln. Auch dieses Museum ist kostenlos. Das Museum of Childhood mit seinen Teddybären und Spielzeugen wendet sich an Kinder und Junggebliebene.

 

Verborgene Geschichten - das ist eine Tour bei welcher Dir Geschichten von zugemauerten Gassen (Close), Hinrichtungsstätten und unterirdischen Gewölben samt ihrer gruseligen Historie der ehemaligen Bewohner sehr lebhaft erzählt werden. Tickets für diese Tour kannst Du hier buchen.

 

Es gibt auch kostenlose Walkingtouren von Sandemans. Sie starten um 10 Uhr , 11 Uhr und 14 Uhr vor dem Starbucks in der High Street. Die Guides führen Dich in etwa 2.5 Stunden zum Edinburgh Castle, der Karhedrale St. Giles, der Royal Mile, dem Geburtsort von Harry Potter und zu vielen anderen Plätzen in der Altstadt. Die Guides arbeiten auf Trinkgeldbasis. Die Touren werden in mehreren Sprachen angeboten (Deutsch ist auch dabei).

 

In der Royal Street oder auf der North Bridge spielt Dir regelmäßig ein Dudelsackspieler etwas vor. Was wäre Schottland auch ohne seine Dudelsackspieler und die typischen Kilts? Das gehört einfach mit dazu und man sollte es auch einmal gehört und gesehen haben.

 

Die Landessprache in Edinburgh ist Englisch und Gälisch.

 

Greyfriars Bobby war ein Skye Terrier im schottischen Edinburgh, der durch eine sagenhafte Treue zu seinem Herrn bekannt wurde. Bobby gehörte dem englischen Polizisten John Gray und soll nach dessen Tod im Jahr 1858 die übrigen 14 Jahre seines eigenen Lebens an Grays Grab auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk In der Altstadt von Edinburgh verbracht haben. Vor dem Greyfriars Bobby's Bar (30 -34 Candlemaker Row) wurde ein Denkmal für ihn errichtet.

 

Ein Café in der Altstadt von Edinburgh ist zur Pilgerstätte für Harry - Potter - Fans aus der ganzen Welt geworden. Im "Elephant House" (21 George IV Bridge) schrieb Joanne K. Rowling ihren ersten Harry - Potter - Roman.

 

Edinburgh ist der Entstehungsort der "Harry - Potter" - Romane, das macht Schottlands Hauptstadt attraktiv für Fans. Auch hier werden einige Touren und Führungen angeboten. Wenn Du Dich da ein wenig näher informieren möchtest, dann klick doch einfach hier.

Geocachen in Edinburgh


Unseren Länderpunkt konnten wir uns gleich am Flughafen sichern. Dort gibt es auf dem Vorplatz, von wo aus die Tram und Busse in Richtung Zentrum starten, einen Virtual (GC892M8). Aufgrund der vielseitigen und abwechslungsreichen Landschaft in und um Edinburgh, gibt es viele Earthcaches zu finden. Wir haben aber nur den auf dem Gipfel von Arthur's Seat (GCNTAB) gespielt. Auch wirst Du viele Wherigos im Stadtkern finden. Die Dosen, die wir finden konnten, waren viele Nanos oder magnetische Petlinge. In Edinburgh kann man sich sehr gut anhand der Dosen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder eben auch an tolle Spots führen lassen. Den Grossteil der Tradis wirst Du aber eher in den touristischen Gegenden finden. Es gibt hier eine Vielzahl zu entdecken. Wir haben Dir hier eine Lesezeichenliste mit einigen Dosen zusammengestellt.

Bist Du auch schon einmal in Edinburgh gewesen? Schreib uns gern von Deinen Erfahrungen oder Eindrücken. 


Bis zum nächsten Mal,


Micha & Karo

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Kommentare: 1
  • #1

    Mario (Dienstag, 04 Februar 2020 10:50)

    Wie alles auf eurer Seite wiedermal sehr schön und ausführlich geschrieben. Da bekommt man glatt Fernweh und möchte am liebsten gleich in den Flieger steigen um auch selber mal vor Ort zu sein um die schönen Landschaft zu erkunden..
    Macht weiter so ich lese gerne eure Berichte..

    Lieben gruss von Anne und Mario