#3# papalotta (Hamburg)

Lieber Geocaching - Freund,

 

in unserem heutigen Beitrag möchten wir Dir den Hamburger Owner Stefan alias papalotta ein wenig näher vorstellen. Wer im Hamburger Raum auf der Suche nach Qualität und liebevoll gestalteten Dosen ist, der wird dabei sehr schnell auf den Owner papalotta stossen. Der Hamburger Owner ist einfach perfekt darin, Dinge in einer urbanen Umgebung zu verbauen und erfreut sich großer Beliebtheit. Das auch zurecht. Wir lieben seine Dosen und "ploppt" da mal etwas Neues auf, dann wird auch versucht ein Zeitfenster freizuschaufeln. Stefan konnte mit seinen kreativen Dosen bereits 6.372 Favoritenpunkte sammeln (Stand: 12. März 2020), ist regelmäßig bei Hamburgs Cache des Jahres nominiert und auch schon mehrfach ausgezeichnet worden. Mit seinen tollen Tradis, Multis oder Mysterys bringt er die Community regelmässig zum Staunen.  Wir haben Stefan einige Fragen zukommen lassen und möchten euch den Austausch hier einmal zeigen. Viel Spass beim Lesen wünschen euch Micha und Karo.

Das Interview


1. Stell Dich doch bitte einmal kurz vor!


Ich bin Stefan, kein Handwerker (viele denken es immer), sondern gelernter Bürostuhlakrobat und 36 Jahre alt.


2. Seit wann betreibst Du Geocaching und wie bist Du dazu gekommen ?


Geocacher bin ich seit 2011. Den ersten Kontakt zum Geocaching hatte ich während des Studiums, als die mit uns studierenden Lehramtsstudenten in einem Seminar zu Methoden im Unterricht, Geocaching als Thema hatten. Danach habe ich mir irgendwan mal die App heruntergeladen und habe aus eigenem Antrieb einfach mal versucht etwas zu finden. Nach dem 3. Versuch hatte ich dann auch meinen ersten Cache (GC2NMJK) gefunden.


3. Wie ist Dein Name entstanden ?


Mein Name ist durch einen Besuch bei Freunden entstanden. Diese haben einen Jungen der mich aufgrund meiner Tochter Carlotta immer "papalotta" nannte. Das fand ich dann irgendwie sehr passend und einzigartig, sodass ich mich entschloss mich beim Geocaching so zu benennen. In der Anfangszeit hatte ich allerdings noch einen anderen Namen, papalotta ist es dann meines Erachtens erst irgendwann 2012 geworden.


4. Wie oft gehst Du Geocachen ?


Das kommt immer ganz auf meine Lust drauf an. Manchmal ist es weniger, mal mehr. Regelmäßig gehe ich nur alle 2 Wochen in einer kleineren Gruppe cachen. Längere Phasen ohne cachen gibt es bei mir aber nicht.

5. Wie planst Du Deine Touren / Ausflüge ?

 

Mittlerweile plane ich Touren über die aus meiner Sicht sehr gute neue Geocaching - Karte auf der Webseite von Groundspeak. Die Filter - und Suchmöglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Zudem mag ich es sowieso, mir Karten anzuschauen und zu durchsuchen.

 

6. Was machst Du sonst so ? Welche Hobbies und Interessen hast Du noch ?

 

Geocachen ist schon das Hobby was die meiste Zeit außerhalb von Familie und Arbeit in Anspruch nimmt. Ansonsten werkele ich noch viel in unserem Schrebergarten und bin auch sonst viel draußen.

 

7. Wieviele eigene Dosen hast Du ?

 

Momentan habe ich 15 aktive Geocaches. 3 habe oder musste ich bereits archivieren.

 

8. Wie entstehen Deine Ideen ? Es ist ja teilweise wirklich verrückt was Du hast entstehen lassen. Soviel Kreativität findet man wirklich nicht oft im Hamburger Raum.

 

Für das Entstehen der Ideen gibt es eigentlich kein Rezept. Das ist bei mir sehr vielfältig. Oftmals gehe ich einfach nur mit offenen Augen durch meine Umwelt und entdecke irgendetwas woraus man etwas machen kann. Das setzt sich dann fest und wird über einen gewissen Zeitraum weiterentwickelt, durchdacht und getestet. Manchmal ist es auch nur eine bestimmte Funktion oder Art und Weise wie ich schon immer mal einen Cache bauen wollte. Dafür versuche ich dann einen passenden Ort zu suchen. Wenn dieser dann gefunden ist, beginnt der gleiche Prozess wie oben beschrieben. Eines ist aber immer der Fall, ein Cache ist bei mir nie als Idee im Kopf, so wie er dann am Ende ist. Der Prozess dazwischen sorgt dafür das sich meistens vieles verändert, verbessert oder auch schon mal in die Tonne geht, weil es nicht funktioniert.

 

9. Wie planst Du Deine Dosen - wieviel Zeit nimmst Du Dir für den Bau bis hin zum Publish?

 

Das ist oft verschieden und abhängig davon woraus die Idee entstand. Als Zeit würde ich mal im Durchschnitt ein halbes bis dreiviertel Jahr veranschlagen. Da ist aber auch viel Zeit in der einfach mal nichts gemacht wird dazwischen. Die meiste Zeit geht wirklich für Testen und Schauen, ob das so an der Stelle funktioniert, drauf. Meistens sind die Caches schon 2 - 3 Monate vor dem Publish fertig und ich teste, ob sie so Aufsehen erregen oder nicht.

 

10. Was ist Deiner Meinung nach Deine beste und aufwendigste Dose und warum ?

 

Vom reinen Bau her die aufwendigste Dose ist mit Sicherheit die UmGEOungskarte. Hier mussten relativ viele Sachen unter einen Hut gebracht werden, damit das alles so funktioniert wie es jetzt ist. Meine Lieblingsdose ist der Multi - Wegewart Marek Kowalski. Hier passen aus meiner Sicht viele Dinge zusammen die Geocaching für mich ausmachen. Ein schöner Spaziergang in absolut überraschender Umgebung. Relativ wenige Stationen mit dem gewissen Pfiff und zu guter Letzt noch ein schön großes Final an einem tollen Lost Place ähnlichem Objekt. Hier erfreue ich mich immer wieder, wenn ich eine Wartungsrunde absolviere.

11. Wieviel Geld investierst Du ?


Das geldliche hält sich eigentlich in Grenzen. Da wir in der Familie eh sehr bastelaffine sind, haben wir viele Sachen wie Folien oder Werkzeuge sowieso schon und ich verwende sie einfach nur fürs Geocachen. Die handwerklichen Sachen, wie Holz oder Metall, sind meistens irgendwelche Reste aus dem Garten. Ins Geld gehen halt immer Sachen wie Schlösser, die ich nicht selbst herstellen kann. Ansonsten war es bereits von Beginn an einer meiner Ansprüche aus möglichst wenig finanziellem Einsatz viel herauszuholen. Nach meinem Verständnis macht das auch viele Caches erst interessant, wenn Du merkst das sich derjenige wirklich richtige Gedanken gemacht hat. Oftmals reicht es auch schon, wenn es ein selbstgebasteltes Logbuch ist, welches einen erfreut.


12. Welche App nutzt Du ?


Ich nutze nahezu ausschließlich Looking4Cache für das iPhone.


13. Gehst Du lieber urban cachen oder in der Natur ?


Hat Beides seine Reize, ich habe da keinen klaren Favoriten.


14. Wie würdest Du die Community beschreiben ?


Die Community würde ich als Schnitt durch die Gesellschaft bezeichnen. Von jedem ist etwas dabei. Bisher ist mir jedoch selten jemand richtig negativ aufgefallen.


15. Worin besteht für Dich der Sinn des Geocachens ?


Wenn man es real betrachtet, gibt es keinen so richtigen Sinn dahinter. Ich mag es auf jeden Fall draußen zu sein, das Beschäftigen mit Karten und Koordinaten, das Orientieren im Raum und das Suchen von irgendwas.

16. In welcher Form zeigt man Deiner Meinung nach Anerkennung für eine tolle Dose ?

 

Die größte Anerkennung für mich, ist das Schreiben von individuellen und ausführlichen Logs. Ich lese jeden Log und bin immer wieder erfreut was sich die Leute dabei alles so ausdenken.

 

17. Mit wem gehst Du Geocachen ?

 

Die "normalen" Caches mache ich meistens alleine oder mit meinen Kindern. Speziellere Sachen im Team Sandsäcke (feenteich, RahnHH, bugofnci und Fronddy1895) und auch ab und zu mal eine LP - Tour mit nicht cachenden Freunden.

 

18. Was würdest Du einem Neuling mit auf den Weg geben ?

 

Auf jeden Fall erst einmal eigene Erfahrungen sammeln und alles Stück für Stück machen.

 

19. Was treibt Dich immer wieder nach draußen auf Dosensuche ?

 

Eigentlich alle Punkte die ich bei Frage 15 genannt habe.

 

20. Wie suchst Du die Orte für Deine Verstecke ?

 

Wenn ich ein Versteck suche, dann ist die Dose zumindestens im Kopf schon fertig, d.h. Größe usw. sind klar. Umso größer die Dose ist, umso sicherer muss sie für Muggle sein. Dann ist es besser sie etwas abseits vom Publikumsverkehr zu platzieren. Bei kleineren Sachen habe ich mittlerweile die Auffassung, umso offensichtlicher die Sache "versteckt" ist, umso sicherer ist sie. Dazu muss man die Gegenstände natürlich so gestalten, als würden sie dort hingehören. Mit dieser Methode habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und habe eigentlich auch relativ wenig Wartungsaufwand mit solchen Stationen.

21. Wie würdest Du den Wartungsaufwand für Deine Dosen beschreiben ?


Mittlerweile ist eigentlich bei irgendeiner Dose immer etwas zu tun. Ob ich sofort etwas unternehme, entscheide ich meistens danach, welche Auswirkungen es auf den weiteren Betrieb hat. Solange die Dose machbar ist, können sich Wartungen auch schonmal etwas hinziehen. Ansonsten sind es oftmals die gleichen Dosen und Teile, die immer wieder kaputt gehen. Es sind halt alles "Prototypen", die nicht bis ins Letzte durchgetestet sind. Wenn mich Sachen zu sehr nerven, versuche ich auch im Betrieb noch Lösungen zu finden, die das Ganze dann für mich nicht so aufwendig machen.


22. Wie wichtig sind Dir Favoritenpunkte ?


Als Owner finde ich es schön welche zu bekommen. Ich gehe jetzt aber nicht hinterher, wenn einer mal einen nicht gibt. Schließlich kann jeder immer noch selbst entscheiden wann er wo einen vergibt. Insgesamt finde ich ein System zur Bewertung von Geocaches wichtig. Aus meiner Sicht könnten die Favoritenpunkte etwas differenzierter aufgebaut werden. So wie es jetzt ist, ist es aus meiner Sicht sehr eindimensional. Ich stelle mir da eher so etwas wie ein Sternesystem vor.


23. Du hast ja auch gerade wieder einen richtig tollen Multi (Fahnenappell - GC8FA34) veröffentlicht. Wie ist das Feedback bisher ?


Insgesamt habe ich sehr viel positives Feedback bekommen. Sicher hat der ein oder andere immer mal etwas auszusetzen oder irgendwo Probleme. Ich denke jedoch, dass das normal ist, schließlich hat jeder seinen eigenen Geschmack.


24. Was denkst Du, warum kommt es immer mal wieder vor, dass Dosen komplett entwendet bzw. stark beschädigt werden ? Wo sind die Ursachen zu suchen ?


Das weiß ich nicht, da ich bisher in der Hinsicht noch keine großen Erfahrungen gemachr habe. Einmal hatte ich es bei der UmGEOungskarte, da war die Ursache allerdings klar, Naturgewalt.  Insgesamt denke ich aber, dass wenn ich einen Gegenstand in die Öffentlichkeit lege, ich davon ausgehen muss, das Unbekannte ihn einfach entwenden. Das Risiko läuft halt immer mit. Ich habe mittlerweile nahezu alle meine Caches gut gekennzeichnet und auch Kontaktdaten sichtbar angebracht. Bei dem Multi - Wachschutzfirma - hat mir das auch schon einmal den Cache gerettet, da das Grundstück bebaut werden sollte. Ich bekam eine Email, ob das mein Kasten ist und ich ihn doch bis Datum X abbauen sollte. Dem bin ich natürlich nachgekommen.


25. Ist bei Deinen Dosen schon einmal etwas entwendet bzw. beschädigt worden ?


Einzelne Stationen sind mir sicher schon einmal abhandengekommen, lange hinterfrage ich das aber nicht bzw. suche nach den Schuldigen, sondern ersetze die Station. Hier kommt in den meisten Fällen natürlich der Versuch, die Kosten so gering wie möglich zu halten, entgegen. Falls es mehrfach vorkommt, dann muss man sich natürlich etwas Anderes einfallen lassen.

26. Hast Du eine Message an die Community ?

 

Ja, vielleicht eine Sache. Falls mal etwas kaputt geht, ist das nicht schlimm. Es wird euch dafür keiner den Kopf abreißen. Wichtig ist nur, dass ihr dem Owner Bescheid gebt, damit dieser reagieren kann. Der nächste Cacher soll ja möglichst das gleiche Erlebnis haben wie ihr selbst.

 

27. Du bist ja auch regelmäßig bei Hamburgs Cache des Jahres vertreten und hast auch schon mehrfach in einigen Kategorien gewinnen können. Wie denkst Du darüber ? Ist es vielleicht sogar ein Ansporn für Dich ? 

 

Anfangs war das sicher noch ein Ansporn, mittlerweile aber nicht mehr. Mir macht es mittlerweile vorallem Spaß neue Sachen zu entwickeln und auszuprobieren. Insgesamt finde ich HHCDJ aber eine tolle Sache. Ich bewundere die Energie, die das gesamte Team dort jedes Jahr hineinsteckt und bin ein absoluter Befürworter des Wettbewerbs. 

 

28. Wird es in diesem Jahr noch etwas Neues von Dir geben ?

 

Dieses Jahr war ja schon ziemlich intensiv mit neuen Caches, aber eine Idee gibt es da noch. Dort gibt es aber noch so ein paar Hürden, die genommen werden müssen. 

 

29. Was war bisher Deine spannendste Tour / Dein spannendstes Erlebnis und warum ?

 

Da gibt es so einige Touren, die auf ihre Art und Weise sehr spannend waren. Das Müssmanhaus wäre da mit Sicherheit zu nennen. Das war für mich persönlich nah an einer Grenzerfahrung. Das war schon sehr speziell. Ansonsten sind Touren mit Cachern immer sehr speziell und irgendwie wie ein Schulausflug. 

 

30. Welche Dosen würdest Du der Community empfehlen ?

 

Viele Caches, die ich empfehlen würde, sind mittlerweile leider im Archiv gelandet. Einige gibt es dann aber doch noch. 

 

● Die Jagd nach dem 10.000 Smiley - GC6HRH6 - ein ganz toll ausgearbeiteter LP Multi

 

● Akte 69 - ungeklärt - GC66XA0 - ein toller Multi mit Escape Room Feeling

 

● The book of elphi - GC5GAHR - ein grandioser Cache, der am Besten nur mit der UV Lampe zu machen ist

 

Stefan, wir danken Dir für den tollen Austausch und die schönen Einblicke, welche Du uns vermittelt hast! 

Wir haben hier noch einmal das Profil des Owners verlinkt. Dort findest du eine Übersicht mit allen aktiven Dosen.

Hier oder hier könnt ihr euch auch mal ein Video anschauen, in welchem wir einige Dosen von Stefan zeigen, aber vorsicht, das Video könnte kleine Spoiler enthalten.

Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Beitrag einige Einblicke verschaffen und vielleicht auch die ein oder andere Inspiration vermitteln konnten. Bis dahin, alles Liebe,

 

Micha und Karo