#6# Saarfuchs (Saarland)

Normalerweise stellt der "Saarfuchs" ja die Fragen. Heute ist es einmal genau andersrum. Aus unserer Sicht ist der "Saarfuchs" der informativste und umfangreichste Blogger in der Geocaching - Szene. Wir lesen seine Beiträge sehr gerne. Viele von euch kennen sicher seine Mysterylinkliste und den dazugehörigen Wizard, auch hält er regelmäßig Vorträge auf den Megaevents zu c:geo. Den Austausch könnt ihr hier lesen.

Das Interview


1. Stell dich doch bitte einmal vor.

 

Hallo! Mein Name ist Jörg und ich betreibe seit 2011 den Geocaching-Blog „Saarfuchs on Tour!“, welchen Ihr unter www.saarfuchs.com findet.

 

2. Seit wann betreibst du Geocaching und wie bist du dazu gekommen?

 

Am 8.11.2008 habe ich meinen ersten Geocache gefunden. Damals habe ich mit meiner Frau an einem Geocaching-Wochenende der Jugendherberge Bollendorf teilgenommen. Die Veranstaltung hat uns beiden so gut gefallen, dass ich uns kurz danach bei geocaching.com angemeldet und ein GPS bestellt habe.

 

3. Wie ist dein Name entstanden?

 

Als ich mir einen Namen zum Anmelden gesucht habe, wurde schnell klar, dass alle „gängigen“ Namen schon besetzt sind. Daher habe ich mir eine Kombination aus einem Tier und meinem Bundesland „zusammengebaut“. Mittlerweile passt der „Fuchs“ ganz gut, da ich gerne Mysterys löse.

 

4. Wie oft gehst du Geocachen?

 

Bis vor der Corona-Krise habe ich neun Jahre lang jeden Tag eine Dose gesucht. Die Krise war ein willkommener Anlass endlich damit aufzuhören. Nun bin ich nur noch „ Genusscacher“ und komme derzeit meist nur noch am Wochenende dazu ein paar Dosen zu suchen.

Zusammen mit dem Saarzwerg auf dem Brockenevent


5. Wie planst du Deine Touren / Ausflüge?

 

Das ist verschieden. Entweder suche ich mir einen wirklich besonderen Cache (wie z.B. Kinder des Buchbinder) heraus und schaue dann, welche schönen Dosen noch in der Nähe sind. Die häufigere Variante ist, dass wir uns ein interessantes Ziel für eine Wochenend- oder Urlaubsreise heraussuchen und ich schau dann dort ebenfalls wieder, was sich unterwegs lohnen könnte. Meist schreibe ich anschließend einen Blogbeitrag über die Tour.

 

6. Was machst du sonst so? Interessen / Hobbies?

 

Ich gehe gerne wandern, klettern und reise sehr gerne. Zu meinen Hobbies gehören Fotografieren und Programmieren. Alle diese Dinge lassen sich ja zum Glück sehr gut mit Geocaching verbinden.

 

7. Du bist aus unserer Sicht auch der umfangreichste und informativste Blogger und wir lesen deine Beiträge sehr gern. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

 

Da ich gerne Zeit am Computer verbringe, bin ich irgendwann mal auf eine kostenlose Möglichkeit gestoßen im Internet ein digitales Tagebuch anzulegen. Am 31. März 2011 habe ich testweise einen Geocaching-Blog begonnen und eine kurze Nachricht gepostet. Im Folgenden habe ich dann ein paar kurze Tourbeschreibungen zu Bunkern und T5-Caches gepostet, die auf Interesse gestoßen sind. So nahm das Ganze seinen Lauf. Mittlerweile enthält mein Blog 891 Beiträge.

 

8. Wie entstehen deine Ideen zu Beiträgen & wieviel Zeit investierst du in deinen Blog?

 

Auch das ist verschieden. Wenn ich eine Tour oder eine Reise unternommen habe, entsteht meist ein Artikel daraus. Manchmal passiert auch etwas im HQ oder der Geocaching-Community, wo ich meinen Senf dazu abgeben will. Oft entsteht auch ein Blogartikel aus einem Problem, welches ich für mich gelöst habe oder weil mich jemand dazu angeschrieben hat. Bei jedem möglichen Thema frage ich mich vorher, ob das jemandem helfen oder ihn  interessieren könnte -  nur wenn ich mir diese Frage mit „Ja“ beantworte, beginne ich mit dem Schreiben.

 

9. Was macht deinen Blog aus deiner Sicht so besonders?

 

Oh, ich weiß gar nicht, ob mein Blog etwas  Besonderes ist? Er ist mittlerweile recht umfangreich – aber macht ihn das zu etwas Besonderem? Ich meine, dass es in der deutschsprachigen Geocaching-Community einige interessante Blogs und Podcasts gibt und meiner ist eben nur einer davon!

Besuch beim Tradi im Tempel Ta Prom in Kambodscha

Besuch in Macchu Pichu


10. Hast du Unterstützung beim Umsetzen deiner Ideen?

 

Bei den meisten Touren und Reisen begleitet mich meine Frau – manchmal kann ich sie sogar dazu überreden einen Blogbeitrag zu schreiben. Ihre Artikel sind mit saarzwerg gekennzeichnet. Sie liest auch die meisten meiner Beiträge Korrektur.

 

11. Wie gestaltet sich dein Schreibrhythmus?

 

Wenn es sich beruflich einrichten lässt, versuche ich alle drei bis vier Tage einen Beitrag zu veröffentlichen. Meist gelingt mir das auch.

 

12. Wie gefällt dir die aktuelle Blogger - Szene?

 

Keine einfache Frage – ich glaube, dass die Anzahl der Geocaching-Blogs und -Podcast, die regelmäßig schreiben oder senden, rückläufig ist. Auch glaube ich wahrzunehmen, dass unter den Geocaching-Bloggern irgendwie eine gewisse Konkurrenz herrscht, was ich persönlich schade finde. Bei Blogs in anderen Themengebiete sehe ich viel Zusammenarbeit und gemeinsame Aktionen. So etwas habe ich in unserer „Szene“ fast noch nie erlebt.

 

13. Liest du auch andere Geocaching - Blogs ? Wenn ja, welche ?!

 

Leider habe ich wenig Zeit. Daher habe ich mir in meinem Blog eine Übersicht über die aktuellen Beiträge der Geocaching-Blogger und -Podcaster gebaut und schaue dort regelmäßig, was so in der Szene berichtet wird. Finde ich dabei ein Thema interessant, schaue ich mir den jeweiligen Blogbeitrag an.

 

14. Wie handhabst du es mit Kommentaren ? Wie gehst du damit um, wenn mal jemand unter die Gürtellinie geht mit seinen Worten?

 

Das ist bei mir recht einfach, da ich jeden einzelnen Kommentar freigeben muss. Vergreift sich dabei jemand im Ton, schreibe ich ihn an und informiere ihn, warum ich seinen Kommentar so nicht freigeben will. Das kommt aber zum Glück äußerst selten vor.


15. Du hast auch sehr informative Tutorials ins Leben gerufen, auf die mittlerweile immer wieder hingewiesen wird. Erzähl uns doch ein wenig darüber!

 

Naja, das ist irgendwie ein Selbstläufer geworden. Wenn ich auf ein „Problem“ beim Geocaching stoße, versuche ich es zu lösen und einen Beitrag dazu zu veröffentlichen. Laut dem Feedback, was ich zu diesen Artikeln bekomme, scheint mein Schreibstil recht verständlich zu sein. Und über die Jahre hat sich da schon Einiges angesammelt. Ich freue mich immer, wenn ich einem Leser damit helfen kann. So ist aus den vielen kleinen Beiträgen zu c:geo inzwischen ein Vortrag geworden, den ich hin und wieder auf einem Megaevent halte.

 

16. Auch auf den Großevents bist Du sehr gefragt und hältst regelmäßig Vorträge - wie ist das alles entstanden & "ehrt" dich das in gewisser Weise auch?

 

„Ehre“ ist hier, glaube ich, das falsche Wort. Ich freue mich, wenn meine Vorträge gut ankommen. Es ist ja auch nicht so, dass sich die Orga-Teams um mich reißen. Meist bin ich derjenige, der ein Orgateam anschreibt und fragt, ob sie noch einen Vortrag oder Workshop gebrauchen können, da mir das Ganze meist selbst großen Spaß macht.

 

17. Du hast auch eine Mysterylinkliste und einen dazugehörigen Wizard. Kannst du uns dazu auch ein wenig erzählen, über die Entstehung und Umsetzung? Gab es Probleme bei der Umsetzung?

 

Bei der Erstellung der Mysterylinkliste hatte ich keine Probleme, da sie historisch gewachsen ist. Ich löse selbst gerne Mysterys und wenn mir dabei ein neues Werkzeug oder Hilfsmittel auffällt, ergänze ich die Liste. So ist sie über die Jahre gewachsen. Mittlerweile bekomme ich auch Emails mit Hinweisen, was ich noch aufnehmen könnte – so füllt sie sich natürlich noch einfacher. Irgendwann ist mir bei den Mysterys aufgefallen, dass ich immer wieder die selben Überprüfungen auf der Suche nach versteckten Informationen in den Listings mache und dabei oft etwas vergesse. Also habe ich den Mystery-Wizard für mich geschrieben und ihn testweise mal der Community zur Verfügung gestellt. Das Interesse war sehr viel größer, als ich zunächst erwartet hätte. Inzwischen gibt es sogar einen Vortrag über seine Funktionsweise.

 

18. Wie würdest du die Community beschreiben?

 

Durchwachsen ;-) Naja, ich habe schon viel erlebt: viele nette, freundliche und hilfsbereite Geocacher und Owner, von denen so mancher inzwischen ein richtig guter Freund geworden ist – aber auch Neid, Missgunst und uneinsichtige Statistikcacher, denen jedes Mittel recht ist, um den eigenen Namen im Logbuch zu sehen. Aber schwarze Schafe gibt es ja überall!

 

Mein erster Vortrag bei Megaevent in Koblenz

Suche eines Geocaches in der Wüste in Marokko


19. Was ist für dich der Sinn des Geocachens?

 

Na, die Dose zu finden und dabei schöne Erlebnisse an interessanten Orten zu haben. Manchmal ist dabei sogar der Weg das Ziel.

 

20. Was würdest du einem Neuling mit auf den Weg geben?

 

Sich nicht entmutigen lassen und das „eigene“ Geocaching zu finden, welches ihm am meisten Spaß macht und sich dabei mit den Geocachern zu umgeben, die auf der gleichen Wellenlänge “funken“.

 

21. Was treibt dich immer wieder nach draußen auf Dosensuche?

 

Die Neugier auf neue Orte, interessante Rätsel und schön gestaltete Dosen sind meine Motivation.

 

22. Was denkst du, warum kommt es immer mal wieder vor, dass Dosen komplett entwendet bzw stark beschädigt werden ? Wo sind die Ursachen zu suchen ?

 

Bei entwendeten Dosen würde ich Neid oder Missgunst vermuten. Bei beschädigten Dosen denke ich direkt an die Statistikcacher, die eigentlich keine Zeit haben, um sich zu überlegen, wie sie ans Logbuch kommen, weil noch ein paar hundert weitere Dosen heute gehoben werden müssen.

Baumklettern

Besuch auf einem Megaevent bei Colman


23. Hast du eine Message an die Community ?

 

Bleibt gesund, habt Spaß und respektiert die Wünsche der Owner!

 

24. Was ist dein persönlicher Lieblingscache ?

 

Auch diese Frage finde ich schwer zu beantworten, da Geocaching so vielfältig ist und die verschiedenen Spielarten nicht wirklich miteinander vergleichbar sind. Von den „besonderen“ Geocaches gehören „Vergißmeinnicht“ und die „Kinder des Buchbinders“ sicher zu meinen Favoriten. In der Kategorie „Der Weg ist das Ziel“ denke ich sicher sehr gerne an die Besteigung des Similaun, des Teide oder der Dreiländerspitze zurück. Bei den Lostplaces bin ich ein Fan der Festungen der Maginotlinie … so gesehen habe ich viele Lieblingscaches!

 

25. Was war deine bisher spannendste Tour und warum ?

 

Meine spannendste Geocaching-Tour war eine Höhlentour mit Guide zum einem Geocache, der 170 Meter unter der Oberfläche lag und mehrere Auf- und Abstiege am Seil erfordert. Die Tour in die Cova de Campana auf Mallorca hat sich gute 10 Stunden hingezogen und am Ende war ich alle, aber glücklich!


Wir danken dir für diesen tollen Austausch und wünschen dir auch weiterhin alles Gute!

 

Hat dir dieses Interview mit dem Saarfuchs gefallen? Schreib uns gerne.