#8# Mkuutomasi (Hamburg)

Wir möchten euch heute einen weiteren Owner aus dem Hamburger Raum vorstellen. Mkuutomasi, der Bastler aus dem Hamburger Süden weiss mit seinen solide gebauten und kreativen Dosen voll und ganz zu überzeugen. Seine Dosen sind in Finkenwerder, Altenwerder oder Wilhelmsburg zu finden. Den sehr netten Austausch könnt ihr hier lesen. Wir wünschen euch viel Spass beim Lesen unseres neuesten Interviews mit dem Owner - Mkuutomasi - aus unserer Kategorie - Kreative Owner & Persönlichkeiten.

Das Interview


1. Stell Dich doch einmal vor.


Mein Name ist Thomas. Ich bin 40 Jahre alt.

 

2. Seit wann betreibst du Geocaching und wie bist du dazu gekommen?


Am 1. Mai 2012 wollten meine Familie und ich etwas draußen machen und ein paar Monate zuvor hatte mir ein Handballkollege das Hobby gezeigt. Ich erinnerte mich daran, wie  toll ich das fand und wir gingen los, die erste Dose an der Kirche auf Finkenwerder zu suchen. Es war eine alte TicTac-Dose, die mit einem Magneten von unten einfach an der Bank vor der Kirche befestigt war. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde gesucht.

 

3. Wie ist dein Name entstanden, welchen du auf deinem Geocaching - Account nutzt?


Das werde ich bei meinem Geocaching -  Namen tatsächlich sehr oft gefragt. Mkuutomasi setzt sich aus mkuu und Thomas zusammen. Ich habe früher im ostafrikanischen Tansania gewohnt und mkuu ist Suaheli für Chef oder Meister und Tomasi die Abwandlung von Thomas. Es bedeutet also Meister Thomas.

 

4. Wie oft gehst du Geocachen?


In den Corona-Zeiten eigentlich eher am Wochenende und es sind viel zu wenige Funde. Normalerweise bin ich häufig auf Dienstreisen und kann dann abends wunderbar die Orte entdecken, an die es mich verschlagen hat. Im Urlaub und mit Freunden gehört es aber auch dazu. Ich würde sagen, letztes Jahr habe ich an 182 Tagen mindestens eine Dose gefunden, also genau jeden zweiten Tag.

 

5. Wie planst du deine Touren und Ausflüge?


Normalerweise weiß ich, wo ich hin möchte und lade mir dann in der dortigen Gegend viele Dosen runter. In der runtergeladenen Liste gucke ich dann nach besonderen Dosen. Das können alte Dosen sein, welche mit vielen Favos oder einfach welche an interessant klingenden Orten. Hauptsache, ich bin dann zu Fuß unterwegs und muss das Auto nur am Anfang abstellen. Von Dose zu Dose fahren ist nicht mein Ding.


6. Was machst du sonst so (Interessen / Hobbies)?


Neben dem Geocaching habe ich tatsächlich noch ein Leben und verbringe sehr gerne Zeit mit der Familie. Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich auch im Handball aktiv. Heute spiele ich nicht mehr, pfeife aber immer noch Handballspiele.

 

7. Wieviele eigene Dosen hast du?


 Aktuell habe ich 20 aktive Geocaches, zusätzlich noch einen Virtuellen und einen Earthcache. Zusätzlich betreue ich noch den Tradi „TB-Schlosshotel Rasthof Stillhorn Ost“ GC167KK von Mystphi, der ja leider verstorben ist.

 

8. Wie entstehen deine Ideen?


Meistens reifen die Caches als Idee über Monate. Vieles kommt nie zur Umsetzung. Manchmal sehe ich auch etwas und denke, das könnte man als Geocache bauen. Am Anfang habe ich erstmal klassische Dosen versteckt, dann mit einem Mystery davor geschaltet und später kamen erst die aufwendigeren Basteldosen.

 

9. Wie planst du deine Dosen? Wieviel Zeit nimmst du dir vom Bau bis hin zum Publish?


Bei den zuletzt gebauten Dosen schlummerten die Ideen schon jahrelang im Kopf rum und man muss halt einfach anfangen zu bauen. Ich fertige tatsächlich Skizzen an und plane die einzelnen Bauteile, die ich dann bestelle oder im Baumarkt kaufe. Mittlerweile habe ich aber auch den Keller mit einigen potentiellen Bauteilen gefüllt.

 

10. Was ist deiner Meinung nach deine beste bzw. aufwändigste Dose und warum?


Die zeitaufwendigste Dose war der mittlerweile archivierte Multi Die Daltons auf der Flucht (GC4EYYM). Ein Nachtcache, der über einige Stationen durch Finkenwerder lief. Sehr häufig musste ich raus zur Wartung und Stationen ersetzen. Dabei habe ich viel gelernt, wie man besser (nicht) versteckt. Schaue ich auf meine Favoritenpunkte, ist eigentlich ein eher simpler Tradi „Der Trittbrettfahrer“ GC7V42Z aktuell der erfolgreichste Cache. Gut, der liegt auch an der Autobahnraststätte Stillhorn und ist dementsprechend häufig besucht. Mir selber gefällt gerade mein neuester Cache „Ins Klo Gefallen“ GC8Q5XP am Besten. Sowas wollte ich immer mal bauen und hatte während des Baus auch viel Spaß. Gerade das Bauen macht mir viel Spaß und die Wartung ärgert mich dann doch. Da erlebt man leider meistens traurige Überraschungen.


11. Wieviel Geld investierst du in einen Cache bzw. wieviel Geld hast du in deine teuerste Dose investiert?


Kommt ganz auf das Material an. Ich würde sagen 50 Euro sind schnell weg, 100 Euro können es aber auch werden. Wenn ich dafür aber viele Abende lang in meinem Keller bei lauter Musik bauen und basteln kann, ist es das für mich allemal wert.

 

12. Welche App nutzt Du?


Looking4Cache begleitet mich nun seit vielen Jahren auf dem IPhone und ich finde diese App ganz hervorragend. Die ursprüngliche Geocaching-App wurde ja vor ein paar Jahren eingestellt und daraufhin wechselte ich auf L4C. Ein Wochenende brauchte ich, um mich auf diese App einzugrooven. Mit der App kann ich wunderbar offline cachen, gut zuhause schon Touren vorbereiten und auch für meine Kinder mitloggen, wenn die mal mit dabei sind. Die Beiden schreiben leider nicht gerne. Ich logge dann unter meinem Account ausführlich und muss für die beiden nur den Haken setzen, dass sie dabei waren.

 

13. Gehst du lieber urban cachen oder in der Natur?


Ich mag Beides, hauptsache ich entdecke interessante Ecken und bin draußen.

 

14. Wie würdest du die Community beschreiben?


Groß und verschieden, wie es auch unsere Gesellschaft ist. Bei den Großevents fällt mir immer auf, was wir doch für ein Haufen Nerds sind, aber das finde ich eher liebenswert. Ich glaube schon, dass junge Leute weiter angesprochen werden müssen und das Umstellen der Premiumfunktionen und die damit verbunden großen Einschränkungen für nicht PMs haben uns viel Nachwuchs gekostet.

 

15. Gibt es Konkurrenzdenken unter den Ownern im Hamburger Raum?  Wie sind deine Gedanken dazu?


Oh, einen anderen Owner als Konkurrenten zu sehen, kam mir noch nie in den Sinn. Ich freue mich immer über geile Ideen und den daraus folgenden tollen Umsetzungen. Neulich habe ich einen noch mir fehlenden Multi von Mystphi gemacht und war wieder einmal total begeistert von der Umsetzung. Da freue ich mich dann einfach drüber.

Mein Cachemobil

Das ist mein Geocache Alien in Finland GC5RVMF. Dort habe ich in den letzten Jahren sehr oft gearbeitet und deswegen musste unbedingt eine Dose dorthin.


16. Was ist für dich der Sinn des Geocachens?


Die Antwort ist 42. Das Entdecken von neuen Orten und der ständige Antrieb, einfach raus zu gehen - das sind wesentliche Faktoren. Durch Corona bin ich derzeit eher in meiner erweiterten Homezone unterwegs und entdecke z.B. schöne Orte in Hamburg Harburg. Wer hätte das gedacht!

 

17. In welcher Form zeigt man deiner Meinung nach Anerkennung für eine tolle Dose?


In meinen Augen ist der Logeintrag der Applaus für den Owner. Manchmal schreiben Cacher nur einen kurzen Satz, aber daraus geht schon hervor, dass sie sich gefreut haben und das ist dann schön. Ich lese übrigens alle Logs.

 

18. Mit wem gehst Du Geocachen?


Gerade bin ich viel mit meiner Frau unterwegs. Die letzte richtige Tour über ein Wochenende war ich mit meinem Sohn unterwegs. Ansonsten sehr gerne mit Freunden und Bekannten, die ich über das Cachen kennen gelernt habe.

 

19. Was würdest du einem Anfänger mit auf den Weg geben?


Nimm Dir Dein Smartphone, einen Stift und gehe los und versuche ein paar Tradis zu finden. Wenn Du Hilfe brauchst, kannst Du zum Beispiel Owner in Deiner Umgebung anschreiben und um Rat fragen.

 

20. Was treibt dich immer wieder nach draußen auf Dosensuche?


Es macht einfach Spaß und ich freue mich über das Finden, aber auch über das ständige Entdecken von neuen Orten, die ich sonst nicht sehen würde.

Auf diesem Bild war der Cache von einem Fischer in seiner Fischerhütte auf Sri Lanka versteckt. Das war eine tolle Begegnung!



Events organisiere ich auch ganz gerne. In diesem Fall entstand das Foto auch auf Åland.


21. Wie suchst du dir die Orte für deine Verstecke?


Das ist keine einfache Frage. Möchte ich mit der Dose auf einen Ort, z.B. eine Kirche hinweisen, dann ist die Gegend schonmal festgelegt. Dann muss man sich überlegen, wie man etwas Unauffälliges und Haltbares versteckt. Bei meinem Cache „Der Mechaniker“ GC8CXJQ wollte ich unbedingt an der Autobahnraststätte Stillhorn eine Dose verstecken. Ich bin dann auf beiden Seiten alles abgelaufen und habe dann letztlich eine einigermaßen ruhige Ecke gefunden. Leider sind Autobahnraststätten selten schön und beim Cache ist auch schon Müll abgeladen worden.

 

22. Wie würdest du den Wartungsaufwand für deine Dosen beschreiben?


Mittlerweile hält der Wartungsaufwand sich in Grenzen. Ich versuche die Dosen möglichst stabil zu bauen. Leider gibt es unter den Cachern echte Berserker, die mit viel Gewalt loslegen. Bei den Logbüchern versuche ich standardisierte Größen zu verstecken, damit ich die einfach tauschen kann.

 

23. Wie wichtig sind dir Favoritenpunkte?


Die freuen mich schon, aber die Logeinträge selber freuen mich noch mehr.

 

24. Was denkst du - warum kommt es immer mal wieder vor, dass Dosen stark beschädigt bzw. komplett entwendet werden? Wo sind die Ursachen zu suchen?


Ich habe Cacher erlebt, die unbedingt ans Logbuch wollen und denen ist es egal, ob sie dabei das Schloss aufbrechen müssen, den Deckel aufbiegen oder abbrechen. Hauptsache, sie stehen im Logbuch. Bei einer Wartungsrunde kam ich mal zu meiner Dose „Barrieren“ GC7PMEM. Wer die gefunden hat, weiß, dass die eher robust ist. Da versuchte gerade einer ans Logbuch zu kommen und riss an dem Teil, dass ich Sorge um das Brückengeländer hatte. Ursprünglich war das Schloss übrigens mit einem im Durchmesser 10 mm Bolzen befestigt, der zweimal stumpf aufgebrochen worden war. Manche Leute scheinen auch so in Eile zu sein, dass sie die Caches einfach offen lassen. Mystphis Dose TB-Schlosshotel musste ich komplett neu aufbauen, weil dort jemand hineingeschissen hatte. Es war vermutlich ein Cacher, der eine Diskussion mit Mystphi hatte und sich nicht anders ausdrücken konnte 😉

 

25. Ist bei dir schon einmal etwas entwendet bzw. beschädigt worden?


Die Dosen verschwinden manchmal schon. Früher hatte ich auch Filmdosen versteckt und wenn die ein Muggel findet, kann der die schon für Müll halten.  Beschädigungen kommen leider häufiger vor. Da wird dann versucht, mit Gewalt ans Logbuch zu kommen.


26. Hast du eine Message an die Community?


Bleibt so, wie ihr seid!

 

27. Was ist dein persönlicher Lieblingscache?


Es gibt sehr tolle Owner mit tollen Dosen. Meine tollsten Cache-Erlebnisse habe ich aber, wenn ich mit meinem Sohn oder mit Freunden cachen gehe. Das sind tolle Abende, Tage oder manchmal Wochenenden, die für mich echte Geschenke sind.

 

28. Was war deine bisher spannendste Tour und warum?


Oh, ich habe einige schöne Touren gemacht. Ich liebe es, die kleinen Länder Europas zu besuchen und über lange Wochenenden haben wir tolle Geocachingtouren nach Gibraltar, Aland oder San Marino beispielsweise gemacht. Zweimal war ich auch bei den Wampenschleifern, die ganz hervorragende LP-Caches hatten.

 

29. Kann die Community 2020 noch etwas von dir erwarten?


Da stelle ich mal eine Gegenfrage. Was macht eigentlich Horst Dobranski? Das frage ich mich schon seit einiger Zeit und vielleicht finden wir es dieses Jahr raus. Ansonsten habe ich ja gerade zwei Dosen raus gebracht, die mich viel Zeit und Geld gekostet haben.

Mal sehen, wie die halten und ob ich da vielleicht doch viel warten muss.

 

30. Hast du einen persönlichen Ansporn beim Bau deiner Dosen bzw. persönliche Ziele?


Tatsächlich versuche ich Dosen zu bauen, die den Leuten ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

Eine Stunde haben wir gefühlt hier nach der Dose gesucht, die eigentlich gar nicht so schwer versteckt war. Der Waggon ist ein letzter Rest der ehemaligen Eisenbahn von San Marino. Der Fund sorgte dann aber für große Freude :-)


31. Du bist ja auch ein regelmäßiger Vertreter bei HHCDJ und konntest in der Kategorie - Traditional Cache - auch schon gewinnen. Ist das ein zusätzlicher Anreiz für dich?


Über den Gewinn war ich wirklich überrascht. HHCDJ hebt sicherlich das Niveau der Dosen und sorgt für eine Art Austausch. Ich freue mich über die Nominierung und auch sehr über das Event. Da sehe ich sehr viele lieb gewonnene Menschen. Es ist aber nicht unbedingt ein zusätzlicher Anreiz. Ich habe mich aber tatsächlich sehr über mich selber geärgert, dass ich in 2019 keine Dose raus gebracht habe und dementsprechend nicht nominiert war.

 

32. Wie sind deine Gedanken zu dem Wettbewerb HHCDJ?


HHCDJ finde ich super und die Arbeit des Teams muss man einfach würdigen!

 

Wir danken dir für den tollen Austausch und wünschen dir alles Gute für die Zukunft. Bleib gesund und natürlich auch weiterhin so kreativ.

Einen Paddelcache, eine Letterbox in Wilhelmsburg, habe ich auch. Die wird leider viel zu wenig besucht, obwohl es dort so schön ist.


Wie hat euch das Interview mit dem Hamburger Owner gefallen? Habt ihr vielleicht auch schon eine seiner Dosen spielen können? Wir haben hier das Profil des Owners verlinkt. Dort erhältst du einen Überblick mit allen aktiven Dosen.

 

Freut euch auf viele weitere Gespräche mit interessanten Ownern oder Persönlichkeiten aus der Geocaching - Szene. Wir sind ständig bemüht euch einen tollen Content zu liefern und werden auch weiterhin so engagiert und fleissig weitermachen.

Bleibt gesund und munter.

 

Micha & Karo