#9# Biotonne88 (Hessen)

Ann-Kathrin oder auch biotonne88 nutzt das Geocaching als Therapie gegen Borderline. Sie spricht sehr offen über diese Krankheit, da viele Menschen kein Bewusstsein für diese Störung haben, um mehr Akzeptanz zu erhalten und darüber aufzuklären. Auch ist sie im letzten Jahr mit ihrem Camper ein halbes Jahr durch Europa gereist, um sich ihren Ängsten und Einsamkeitsgefühlen zu stellen und ein Stück weit daran zu wachsen. Ann-Kathrin ist eine sehr interessante Geocacherin, über die wir unbedingt ein wenig mehr erfahren wollten. Wir wünschen euch viel Spass beim Lesen des Interviews.

Das Interview


1. Stell Dich doch einmal vor.

 

Hallo ich heiße Ann-Kathrin und lebe im Rhein Main Gebiet. Durch Geocaching kennt man mich auch als biotonne88.

 

Vor etwa zwei Jahren habe ich mich entschlossen öffentlich darüber zu sprechen, dass ich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zu kämpfen habe. Viele Menschen haben kein Bewusstsein für diese Störung und durch die Unwissenheit erfahren Betroffene oft Ablehnung und Unverständnis. Deshalb ist es mir wichtig zu versuchen darüber aufzuklären.

 

2. Seit wann betreibst du Geocaching und wie bist du dazu gekommen?

 

Auf Geocaching bin ich 2013 durch eine Freundin aufmerksam geworden, die mir erzählt hatte, dass sie das mit ihrem Freund ausprobiert hat. Mir ist es ein paar Wochen später eingefallen, als ich gelangweilt zuhause saß und überlegte was ich an dem Tag machen könnte. Daraufhin habe ich mir die Seite aufgerufen und nachdem ich ein wenig die Einführung studiert hatte, lud ich die App herunter. Ich fand meinen ersten Cache keine 200 m von meiner Wohnung entfernt und war total begeistert, weil ich so oft schon an dieser Stelle vorbeigekommen war ohne zu wissen, dass hier etwas versteckt war. Ich hatte das Gefühl nun zu einem besonderen Kreis der „Wissenden“ zu gehören.

 

3. Wie ist dein Name entstanden, welchen du auf deinem Geocaching - Account nutzt?

 

Als Jugendliche hatte ich in einem Wörterbuch der Jugendsprache das Wort Biotonne als Synonym für Vegetarier/in gesehen und seitdem als Nick für alles Mögliche verwendet. So dann auch beim Anmelden auf Geocaching.com. Die 88 steht für mein Geburtsjahr.

 



4. Wie oft gehst du Geocachen?

 

Ich habe gerade erst eine 600 Tage Strähne beendet. Aber auch seitdem gab es nur wenige Tage an denen ich keinen Cache gefunden habe.

 

5. Wie planst du deine Touren und Ausflüge?

 

Grundsätzlich mag ich Spontanität. Daher bin ich immer froh über Touren, die nur grob geplant sind und sich dann aus der Lust und Laune heraus ergeben. Doch wenn ich mit Freunden mal größere Touren plane, dann ergibt sich das meistens aus einem bestimmten Ziel, um das wir ein möglichst tolles Programm spinnen. Das kann zum Beispiel ein toller High-Quality-Cache oder eine bestimmte Gegend sein, die uns anlockt und dann wird geschaut mit wem ist man unterwegs, wem ist was wichtig und wo es tolle Caches in der Nähe gibt.

 

6. Was machst du sonst so (Interessen / Hobbies)?

 

Ich bin sehr unternehmungslustig und probiere fast alles aus. Abwechslung find ich toll. Ich mag sportliche Aktivitäten wie z.B. Squash, SUP, Trampolinparks. Zudem liebe ich Spieleabende und gehe gerne ins Theater.  


7. Welche App nutzt Du fürs Geocaching?

 

Angefangen habe ich mit c:geo. Lange Zeit habe ich dann die App von Groundspeak genutzt, doch mittlerweile bin ich wieder bei c:geo gelandet, weil sie für mich mehr Vorteile vereint.

 

8. Gehst du lieber urban cachen oder in der Natur?

 

Ich lege mich da ungern fest. Das tolle am Geocaching ist, dass es so abwechslungsreich ist und genau das mag ich. Ich liebe die Natur, gehe gerne wandern und genieße die Ruhe und tolle Aussichten. Ich mache aber gerne auch mal einen Städtetrip und lerne durch das Cachen oft andere Ecken kennen als ein Muggeltourist.

 

9. Wie würdest du die Community beschreiben?

 

Hilfsbereit. Das ist das erste was mir zu unserer Community einfällt. Ob es kleine Hilfestellungen zur Lösung eines Rätsels sind oder Angebote zur Unterkunft während einer Tour. Obwohl man sich teilweise noch nie gesehen hat und gerade erst z.B. auf einem Event kennengelernt hat, fühlt man sich aufgrund dieses Hobbys verbunden und ist bereit einander zu helfen.

 

Besonders während meiner fünfmonatigen Europareise letztes Jahr habe ich unglaublich viel Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Bestätigung erfahren. Das finde ich nicht selbstverständlich und ich mache mir solche Momente immer wieder bewusst, um selbst mein Möglichstes zurückgeben zu können.


10. Was ist für dich der Sinn des Geocachens?

 

Mir gibt Geocaching Ziele. Ich bin zwar auch früher gerne mal wandern gegangen oder Fahrrad fahren, doch wenn mir langweilig war, kam ich selten auf die Idee „ach ich radel einfach mal ein wenig“ oder „yeah ich habe nichts zu tun, also laufe ich jetzt diesen Berg hoch“. Doch jetzt habe ich wann immer ich es will ein Ziel und kann einfach loslaufen oder fahren und bin dadurch aktiv und beschäftigt. Zudem lässt es einen immer wieder neue Grenzen ausloten. Es macht Spaß und lässt dich wachsen.

 

11. Was würdest du einem Anfänger mit auf den Weg geben?

 

Eigentlich nicht viel. Mit jedem Cache gewinnt man an Erfahrung und so sollten dich z.B. auch DNFs am Anfang nicht frustrieren. Wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel. Auch wenn du mal eine Dose nicht findest, hattest du doch die Freude an dem Weg und an der Suche.

 

Doch ein Tipp würde mir noch einfallen. Besuche Events, sei offen und du lernst sicher wunderbare Menschen kennen, die dir bei Fragen helfen und mit denen du eine gute Zeit verbringen wirst.

 

12. Was treibt dich immer wieder nach draußen auf Dosensuche?

 

Gutes Wetter, Spaß an der Suche, der Wunsch nach Bewegung, Zeit mit Freunden zu verbringen, besondere Caches, uvm.



13. Wie bist du das 1. Mal mit der Krankheit Borderline in Berührung gekommen? Du sprichst ja immer sehr offen darüber. Vielleicht kannst du uns ja ein wenig davon erzählen. Was macht diese Krankheit genau aus?

 

Die Symptome waren bei mir am stärksten als Teenager. Ich war sehr einsam, konnte meine Gefühle nicht ausdrücken und habe angefangen mich selbst zu verletzen. Als meine Mutter irgendwann die Wunden sah, brachte sie mich zu meinem Kinderarzt, danach wurde ich von Therapeut zu Therapeut geschoben, doch niemand sah sich als richtige Anlaufstelle für meine Probleme. Das war frustrierend und ich hatte das Gefühl, dass ich nur auf mich zählen konnte und wollte alleine mit allem klarkommen. Lange Zeit konnte ich den Selbstverletzungsdrang unterdrücken, doch auch in meinen Zwanzigern hatte ich mit der Einsamkeit und Leere, die ich empfand zu kämpfen. Als es zwischen meiner Schwester und mir einen großen Bruch gab, konnte ich damit schwer umgehen. Mir ging es so schlecht, dass ich entschied, dass ich doch Hilfe suchen müsste. Diese fand ich in der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität in Frankfurt. Nach ca. 15 Jahren mit diesen Störbildern bekam ich nun endlich eine Diagnose. Borderline. Mir half das ungemein, um endlich zu verstehen woher meine Probleme kommen. Seitdem gehe ich zur Therapie und arbeite an mir und dem Umgang mit dieser Störung.

 

Die BPS tritt in komplett unterschiedlichen Ausprägungen auf. Es gibt zudem oft Zusammenspiele mit weiteren Krankheiten wie Depressionen oder Zwangsstörungen. Daher ist es für Ärzte oft schwierig zu der richtigen Diagnose zu kommen. Was die meisten Patienten allerdings gemein haben, ist, dass es ein Problem mit der Gefühlsregulation gibt. Für mich war damals ein Satz meiner Therapeutin einprägsam. „Deine Gefühle haben alle ihre Berechtigung, nur die Intensität ist zu stark.“ So versuche ich es auch anderen zu erklären.

 

14. Wie macht sich das bei dir bemerkbar? Was für einen Weg hast du gefunden, um damit umgehen zu können? Hast du für dich etwas gefunden, was deine Gefühle in diesem Moment besser reguliert?

 

Bei mir richten sich die Auswirkungen der BPS hauptsächlich nach innen, gegen mich selbst. Ich ziehe mich zurück, werde extrem selbstkritisch und stoße andere Menschen von mir weg. Früher habe ich meine Gefühlsschübe durch dysfunktionale Verhaltensweisen abgeschwächt. Ich habe mich wie gesagt selbst verletzt und hatte auch einige Zeit mit einer Essstörung und Hochrisikoverhalten umzugehen.

 

Ich habe gelernt Skills einzusetzen, die mir helfen meine Anspannung ohne solches Verhalten herunterzufahren. Geocaching ist für mich einer dieser Skills. Wenn es für mich schwierig ist meine Gefühle auszuhalten, hilft mir die Dosensuche mich auf etwas Anderes zu konzentrieren als auf den innerlichen Schmerz. Besonders gut funktioniert das, wenn der Weg zur Dose sehr anstrengend ist, z.B. durch die Besteigung eines Berges. Wenn die Anspannung heruntergefahren ist, kann ich mich damit auseinandersetzen und mit Abstand versuchen herauszufinden was mich derart aufgewühlt hat.

 

15. Ist es dir schwer gefallen darüber zu sprechen, dich Anderen anzuvertrauen?

 

Oh ja, sehr schwer. Ich habe in meinem Leben viel Ablehnung und Ausgrenzung erfahren, sodass ich Angst hatte, dass sich Menschen von mir abwenden, wenn sie hören, dass ich Borderlinepatientin bin.

 

Meine letzte Beziehung endete katastrophal, weil ich so viele Emotionen unterdrückte und versuchte all die Probleme zu verstecken. Als mir das klar wurde, traf ich die Entscheidung, öffentlich zu sagen, dass ich gegen BPS kämpfe. Ich wollte mich nicht mehr verstecken und mir wurde bewusst, dass mich Menschen nur besser verstehen können, wenn ich ihnen sage was in mir vorgeht.

 

Heute fällt es mir leichter darüber zu sprechen, da ich sehr viel Unterstützung und positives Feedback zu meiner Offenheit erfahren habe. Ich bin sehr froh, dass es viele Menschen gibt, die sich dem Thema gegenüber offen präsentieren.

 


16.  Erlebst du in Bezug auf deine Krankheit Akzeptanz oder ist es auch schon einmal vorgekommen, dass du einen Stempel aufgedrückt bekommen hast und man gar nicht versucht hat dich zu verstehen?

 

Beides. Als ich meine Probleme mit BPS öffentlich gemacht habe, haben sich besonders meine Arbeitskolleginnen von mir distanziert. Als ich sie darauf ansprach, war die Antwort, dass sie nicht wüssten wie sie nun mit mir umgehen sollten. Obwohl ich versucht habe darauf einzugehen, blieb diese Unsicherheit wohl bestehen, da ich diese Distanz immer noch spüre. Doch wie ich bereits zuvor sagte, habe ich auch wirklich viel Zuspruch bekommen.

 

Die Angst vor Ablehnung und Verurteilung hat mich früher oft übermannt, aber ich habe gelernt, dass es normal ist, dass ich nicht von jedem gemocht werden kann, genauso wie ich selbst ja auch nicht mit jedermann zurechtkomme. Klar gibt es Menschen, die den Kampf, den Betroffene mit psychischen Störungen haben, nicht nachvollziehen können und sich vielleicht sogar denken man solle sich nicht so anstellen. Doch ich denke es gibt wesentlich mehr Menschen, die verstehen, dass jeder ein Päckchen mit sich herumträgt. Nur weil diese Päckchen einen unterschiedlichen Inhalt haben und man diesen oft nicht kennt, mindern sie den Wert eines Menschen nicht.

 

17. Was würdest du Jemandem raten, der die gleiche Krankheit hat?

 

Ich rate Betroffenen sich Hilfe zu suchen und nicht aufzugeben bis man welche gefunden hat. Es ist oft schwer jemand Passendes zu finden, doch alleine ist es noch viel schwieriger mit all dem Gewicht dieser Störung umzugehen. Es ist wichtig sich anderen zu öffnen, um ihnen und sich selbst die Chance zu geben, zu verstehen was in einem vorgeht.

 

18. Du nutzt ja auch das Geocaching als Therapie gegen Borderline und bist im letzten Jahr durch Europa gereist und das ganz allein mit deinem Camper. Wie ist die Idee dazu entstanden?

 

Nach der Trennung von meinem damaligen Freund wollte ich Abstand gewinnen und ich merkte, dass ich mir Zeit für mich nehmen musste, um mich selbst wiederaufzubauen. Ich wollte mich meinen Einsamkeitsgefühlen, der Angst vorm Alleinsein und einer Herausforderung stellen, mit der ich wachsen und mich stärker fühlen könnte, wenn ich sie bewältige.


19. Wie ist die Planung gelaufen? Gab es Probleme bei der Umsetzung?

 

Tatsächlich gab es keine große Planung. Meine Mutter meinte im Vorfeld oft, dass ich diese Reise sehr unbedarft angehen würde. Da sei ich wie mein Vater, einfach mal machen und schauen was passiert. Das war aber tatsächlich auch mein Gedanke dahinter. Ich wollte mich nicht durch Vorstellungen, was passieren könnte, einnehmen oder beeinflussen lassen.

 

Ich beantragte bei meinem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub für die Zeit. Dies war wohl am nervenaufreibendsten vor der Reise, da ich immer wieder nachfragen musste und es keine Entscheidung bis kurz vor meinem Starttermin gab.

 

Ich kaufte mir das kleine Wohnmobil und überlegte mir eine grobe Route für die Reise. Hierbei suchte ich keine speziellen Ziele raus, sondern entschied nur, dass ich mit den nördlichen Ländern anfangen wollte, damit ich zum Herbst/Winter hin die südlichen Länder bereisen könnte, die zu dieser Zeit hoffentlich noch so warm sein würden, dass ich weiterhin im offenen Dach meines Vans schlafen könnte.

 

20. Hattest du finanzielle Unterstützung oder musstest du alles alleine stemmen?

 

Als die Überlegungen zu der Reise realer wurden, wollte ich die dazu nutzen, um mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz für Menschen mit psychischen Problemen zu erzeugen. Das passte ja, da ich mich in dieser Zeit ja mit meinen eigenen Ängsten und Problemen auseinandersetzen wollte. Mit wachsendem Interesse der Community an diesem Projekt bekam ich auch immer mehr Unterstützung, ja auch finanzielle Unterstützung. Den größten Teil stemmte ich zwar alleine, aber trotzdem bin ich von Herzen dankbar, dass ich diese Hilfe bekommen habe.

 

21. Was waren deine spannendsten Erlebnisse während deiner Reise? Welche Länder hast du bereist?

 

Wow, das ist schwer zu beantworten, weil ich wirklich viel in diesen fünf Monaten erlebt habe.

 

Für mich war sehr überraschend und spannend, wie viele Menschen ich kennengelernt habe, wie viele Blicke ich in die unterschiedlichen Leben und Geschichten erhalten habe.

 

Besonders eindrucksvoll waren ein paar Wanderungen mit unfassbar schönen Ausblicken in Österreich, Polen und Andorra.

 

Da es am Ende 30 Länder waren, durch die ich gefahren bin, werde ich jetzt mal nicht alle aufzählen.

 


22. Gab es schwache Momente? Was hast du dann getan? Du bist in solchen Momenten ja auch ganz allein gewesen?!

 

Es gab einige solcher Momente. Zum einen hatte ich Momente in denen ich mich sehr einsam fühlte und in denen ich Heimweh hatte. Da hatte mein innerer Kritiker leichtes Spiel und ich zog mich selbst stark runter. Ich habe an diesen Tagen versucht die Kritikgedanken zu entkräften, ich habe Dinge unternommen, die mir normalerweise Spaß machen, wie schwimmen gehen oder eine längere Cachewanderung. Zum anderen gab es auch Ereignisse wie der Verlust meines Handys oder ein Einbruchsversuch in mein Auto, die meine Emotionen aufgewühlt haben. In diesen Momenten habe ich versucht mich in den Moment zurückzuholen. Was ist gerade passiert? Welche Möglichkeiten habe ich jetzt? Dazu habe ich dann noch zuhause angerufen, was mir auch sehr half.

 

23. Wenn du zurückblickst auf deine Reise quer durch Europa - was für Gedanken hast du dann?

 

Ich bin mir selbst dankbar, dass ich mir diese Zeit genommen habe, denn das war mit das größte Abenteuer meines Lebens. Ich denke an Orte, die ich gesehen habe, Menschen, die ich kennengelernt habe, Momente, die ich erlebt habe und Caches, die ich gefunden habe.

 

24. Es wird ja auch bald eine Charity - Coin von dir geben. Was ist der Gedanke dahinter? Wie ist die Idee dazu entstanden und was möchtest du mit dem Erlös machen? Erzähl uns doch ein wenig darüber.

 

Ein paar Monate nachdem ich von meiner Reise zurück war, überlegte ich mir, wie ich mich weiter für mehr Akzeptanz von Menschen mit psychischen Krankheiten einsetzen könnte. Zudem wollte ich der Community etwas zurückgeben für die Unterstützung und all die positiven Rückmeldungen. Ich überlegte wie ich diese beiden Ziele kombinieren könnte und heraus kam dabei eine Charity Coin.

 

Die Coin, in Form der grünen Schleife, wird es voraussichtlich ab Juli zu kaufen geben. Der Gewinn wird an die Eckhard Busch Stiftung gespendet, welche durch das Angebot von Beratungs- und Unterstützungsprogrammen unterschiedlichster Art Betroffenen und deren Angehörigen hilft.


25. Du bist ja auch ein absoluter T5er "Freak". Was reizt dich daran so?

 

Ich liebe die körperliche Auslastung und die Momente der vollen Konzentration auf das was ich gerade tue. Daher sind es besonders Klettercaches, die mich beim T5ern reizen. Hierbei muss ich darauf achten mich richtig zu sichern und meine körperliche Kraft einschätzen zu können.

 

26. Du hast auch über 600 Tage am Stück gecacht, jeden Tag mindestens eine Dose. War das eine persönliche Challenge für dich oder steckt da ein konkreter Gedanke hinter?

 

Dass ich die Streak so lange verfolgen würde, war nicht geplant. Am Anfang war mein Ziel 100 Tage am Stück zu cachen, da ich eine Challenge gesehen hatte, bei der man eine längere Fundsträhne haben musste, als Tage ohne Funde und da hatte ich vom Anfang meiner Cacherzeit 96 Tage auszugleichen. Ich ging das aber sehr entspannt an. Ich nahm mir vor diese Challenge nur so lange zu verfolgen, wie es mir Spaß macht und es keinen Druck erzeugt. Ich wollte mir selbst nicht die Freude an dem Hobby nehmen. Das funktionierte erstaunlich gut. Als ich mein Ziel erreicht hatte, sagte ich mir, dass ich einfach mal weitermache, solange es unter der zuvor genannten Prämisse geht und sollte ich es tatsächlich bis zum Reiseantritt schaffen, dann wäre es höchstwahrscheinlich auch möglich die 365 Tage zu erfüllen. Ich denke in dieser Zeit hat sich das tägliche Cachen irgendwie selbständig in meinen Alltag eingebaut und daher lief es dann auch nach der Reise noch weiter.

 

27. Was war dein persönliches Highlight im Laufe deiner Geocaching - Zeit?

 

Natürlich habe ich schon einige der „High-Quality-Caches“ besucht, doch ich versuche diese nie mit einander zu vergleichen. Ich versuche jeden Cache für sich zu betrachten und mir bewusst zu machen, was ich dabei Tolles erlebt habe. Hierbei denke ich z.B. an „Der Historiker und seine rätselhafte Erbschaft“ (GC7GPRJ), „Das Müssmannhaus“ (GC48D69) oder „Vergissmeinnicht“ (GC6Z4NP)

 

Doch neben diesen besonderen Caches, sind es vor allem auch Touren in ihrer Gesamtheit oder Orte, die ich ohne Geocaching nie gesehen hätte, die für mich Highlights ausmachen. Spontan fällt mir jetzt „Die 7 Burgentour - Pfälzer Wald/Nordvogesen“ (GCJC83) ein sowie tolle LP Touren zu „Diät (Advanced Version)“ (GC3XZ0G), „Omas letzter Wille“ (GC7B8XA) und „Die Jagd nach dem 10000. Smiley“ (GC6HRH6).

 

Ich habe also schon viele tolle Erinnerungen gesammelt und freue mich auf alle die dazu kommen.


28. Was war deine spannendste Tour / dein schönstes Erlebnis?

 

Da gibt es einfach zu viele, aber ein tolles Erlebnis war z.B. mal, dass ich gerade in einem Baum hing, als unter mir Rehe auftauchten. Es war Winter und sie spielten miteinander im Schnee ohne mich zu bemerken.

 

29. Dein Lieblingscache?

 

Ich habe keinen Lieblingscache, dafür gibt es zu viele geniale.

 

30. Hast du eine Message an die Community?

 

Das Leben steckt voller Herausforderungen und Schwierigkeiten. Wir haben es alle in der Hand unsere Mitmenschen dabei zu unterstützen und zu bestärken diese zu meistern. Bleibt offen, freundlich und respektvoll miteinander und lasst euch den Spaß an unserem tollen Hobby nicht nehmen.

Ann-Kathrin, wir danken dir für dieses sehr umfangreiche Interview und die vielen tollen Einblicke, die du uns hier gegeben hast und wünschen dir auf diesem Wege auch noch einmal alles erdenklich Gute für die Zukunft. Bleib so wie du bist und lass dir die Freude am Leben nicht nehmen.


Wir hoffen, euch hat das Lesen dieses Interviews Freude bereitet und wir konnten euch spannende Einblicke verschaffen. Vielleicht ist die Akzeptanz gegenüber dieser Krankheit ja auch ein Stück weit mehr gewachsen? Das wäre ein voller Erfolg. Wenn ihr vielleicht auch Interesse daran habt diese besondere Coin zu erwerben und das Ganze ein wenig unterstützen möchtet, dann folgt Ann-Kathrin doch gerne auf Instagram. Ihren Kanal findet ihr hier. Natürlich gibt es dort auch regelmässig tollen Input zu finden.

 

Always happy huntig und viel Freude bei unserem wundervollen Hobby,

 

Micha & Karo