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#15# TCapitano (Hessen)

Wenn es einen Publish von TCapitano gibt, kann sich die Community sicher sein, dass es wieder etwas gibt worauf man sich freuen kann. Technische Spielereien, der große WOW - Effekt und ausgeklügelte Ideen bis hin zur absoluten Perfektion, all das kann man mit diesem Owner in Verbindung bringen. Seine Geocaches sind in der Community "berühmt" und er konnte bereits tausende von Favoritenpunkten sammeln. Wer im Rhein-Main-Gebiet, nördlich von Frankfurt am Main auf Dosensuche geht, der wird an diesem Owner nicht vorbeikommen. Er lässt unzählige Cacherherzen höher schlagen und sein Name steht einfach für Qualität. Umso mehr hat es uns erfreut, dass TCapitano sich die Zeit genommen und uns Rede und Antwort gestanden hat.

Das Interview


1. Stell dich doch einmal vor.

 

Nicht Wenige behaupten, ich habe einen an der Klatsche und irgendwann muss man sich  wohl der Häufung beugen und das ein Stück weit selbst anerkennen. ;) Im realen Leben arbeite ich in der IT-Branche, was bei Events oder zufälligen Treffen an  Caches auch schon mal zu großen Augen führt, wenn ich im Businessdress vorbeischaue. Man traut Menschen im Anzug wohl keine handwerklichen Fähigkeiten oder den Umgang mit dem Lötkolben zu. ;)

 

2. Agierst du allein oder wer gehört noch zu deinem Team?

 

TCapitano bestand ursprünglich als Familien-Team. Wie das aber im Laufe der Jahre so ist: Kinder wachsen aus dem Schatzsucher-Alter heraus und so bin ich seit einigen Jahren im Grunde alleine unterwegs. Beim Dosensuchen (was mir leider viel seltener gelingt als ich es mir vornehme) durchaus auch mal mit Cachedog Bruno und beim Legen von Caches alleine, sofern nicht explizit Co-Owner im Spiel sind, die in den Caches natürlich auch offiziell genannt werden, wie gerade beim letzten Projekt Peppi07 beim Erbe der Tempelritter.

 

3. Wie bist du zum Geocaching gekommen?

 

Wir haben vor 10 Jahren im Urlaub in Dänemark eine Familie kennengelernt, die abends nochmal zum Strand zu einem Bunker auf Schatzsuche gehen wollte und das hörte sich so spannend an, dass wir mitgekommen sind. Mit einer solchen nicht ganz alltäglichen Location waren wir natürlich sofort fasziniert. Trotzdem wäre es dann doch noch fast im Sande verlaufen, aber in meiner Facebook-Timeline tauchte ein paar Wochen später ein Freund auf, der auf seinem Pocket PC eine App eingerichtet hatte und dieses "Geocaching" ausprobieren wollte. Noch in derselben Mittagspause hatte ich meinen eigenen Pocket PC startklar gemacht und hockte wenig später, 300m von meinem Büro entfernt, im Gebüsch eines alten Frankfurter Wehrturms. Ich war stolz wie Bolle, meinen ersten eigenen Schatz gefunden zu haben (eine abgesoffene Kaugummidose ;) ) und hatte gleichzeitig die Hose gestrichen voll, was ein möglicherweise vorbeikommender Spaziergänger wohl denken mochte. Seit diesem Fund war es um mich geschehen. In der Folge hatte ich vor allem mit meinem Sohn als "Verstärkung" viele tolle Erlebnisse, der Rest der Familie war leider nie so richtig zu überzeugen und toleriert lediglich meine Aktivitäten, immerhin bis heute.

 


4. Waren deine Ambitionen von Anfang an so hoch angesetzt, also ist es dein erklärtes Ziel gewesen etwas Nachhaltiges für die Community zu bauen? Wer Qualität sucht, der wird früher oder später auf deine Dosen stoßen.

 

Jein. Mein Erstprojekt war ein Mysterymulti, der sowohl im Rätselteil als auch im  Outdoorpart recht ordentlich war. Der 2.Cache war eine Letterbox, die man heute wohl als Gadgetcache bezeichnen würde und die schon mit mehreren hundert Schleifchen dekoriert wurde. Seitdem ging die Kurve für den Aufwand in den Projekten aber steil nach oben, als erstes richtig großes Projekt kamen Die Goonies, dann das TB-Hotel Southern Star und einige weitere Großprojekte. So etwas entwickelt sich natürlich. Je positiver das Feedback durch die Community ist, desto mehr Spaß macht es natürlich weiter zu tüfteln, Dinge auszuprobieren und die Grenzen des Machbaren zu verschieben.

 

5. Wie ist dein Name entstanden?

 

Ich glaube wie bei den Meisten: Der Wunschname war schon belegt und dann... ;) Capitano ist mein Spitzname in meiner Tennismannschaft und das T steht für Tennis (nicht für Team).

 

6. Entwickelt sich eine Idee aus der Location heraus oder ist es eher andersrum?

 

Das war in der Vergangenheit sehr unterschiedlich. Mein Erstlingswerk entstand aus der Location, da in meinem Heimatort Friedrichsdorf von Philipp Reis das Telefon erfunden wurde (nicht etwa von Graham Bell in den USA), aber das wissen natürlich aufmerksame Besucher meiner Caches. ;) Es gibt noch viele historische Stätten hier in Friedrichsdorf, wo Philipp Reis gelebt und gearbeitet hat und auch seine letzte Ruhestätte ist hier. Auch bei den Tempelrittern kam zuerst die Location, dann die Cachegeschichte. Umgekehrt sind einige der Gadgetcaches zuerst entstanden, weil ich eine konkrete Umsetzungsidee für einen Cache hatte, wie z.B. bei der Fitnesspause und danach mit dem Ergebnis auf die Suche nach einer passenden Location gehen musste. Man kann natürlich eine offene Cache-Installation von 3m x 1,5m x 1m nicht in der City auf dem Marktplatz oder der schönsten Stelle im Wald aufstellen und muss dann mit der Location Kompromisse eingehen, in Abgeschiedenheit mit extrem wenig Muggelverkehr.

 


7. Welcher ist dein aufwendigster Cache und wieviel Zeit ist verstrichen von der ersten Idee bis hin zum Publish?

 

Das sind die Helden der Kindheit. Die Idee hatte ich schon recht früh und ich habe letztlich an den 14 Stationen etwa 4 Jahre gearbeitet. Natürlich nicht durchgehend und auch mal mit kleineren Pausen, aber in Summe doch schon recht regelmäßig an Wochenenden und abends. Die meisten Projekte haben etwa 3-6 Monate Bauzeit verschlungen.

 

8. Was kostet so ein aufwendig gemachter Cache?

 

Über die Kosten mag ich nicht so gerne sprechen. Ich habe alle Materialeinkäufe in einer Excel-Liste eingetragen, kenne die Materialkosten auf den Cent genau und es ist gut, dass meine Frau keinen Zugriff auf diese Datei hat ;). Ich denke jeder kann das relativ einfach nachvollziehen, wenn man im Baumarkt mal die Augen offen hält, was alleine Siebdruckplatten als Rohmaterial für ein Gehäuse kosten. Dann hat man noch keine Elektronik, Mechanik oder auch nur ein kleines bisschen Deko, von einer solargetriebenen Stromversorgung eines Caches mal ganz abgesehen. Da ist man dann schnell vierstellig. Auch im laufenden Betrieb darf man die Kosten nicht unterschätzen, alleine was jedes Jahr an Kosten für Reparaturen anfällt, ist manchmal schon traurig und erschreckend.

 

9. Wie verhält es sich mit dem Wartungsaufwand bei deinen Dosen?

 

Das ist sehr unterschiedlich und im Laufe der Jahre hat sich auch hier sehr viel verändert. Zum Einen konnte ich natürlich immer wieder Erfahrungen sammeln und anfällige Dinge abstellen, optimieren, verbessern. Trotzdem habe ich inzwischen etwa 10 Großprojekte, die ich als "Einzelkämpfer" regelmäßig in Schuss halte und die mich zeitlich ans Limit gebracht haben. Deswegen habe ich auch bei den letzten beiden Publishs jeweils einen älteren Cache archiviert, was mir extrem schwer gefallen ist. Caches sind für mich immer langfristig auf mehrere Jahre angelegt. Das bringt dann auch ganz andere Probleme mit sich, die aktuelle Besucher manchmal gar nicht verstehen können. So hat sich die Umgebung vom TB-Hotel Southern Star grundlegend geändert. Früher war dort eine idyllische Streuobstwiese, jetzt nur noch ein tristes Baustellenareal des neuen Gewerbegebiets und die laute Autobahn, wo ich heute niemals mehr einen Cache platzieren würde. Oder auch in Friedrichsdorf haben sich Begebenheiten mehrfach geändert und ich musste schon 4 der 7 Stationen des Telephon-Multis von Grund auf neu konzipieren, bauen und verlegen, um den Cache am Leben zu halten. Die Goonies und Daniel Düsentriebs Fitnesspause mussten sogar ganz umziehen, was aufgrund der Distanz auch nur mit Genehmigung des Headquarters möglich war.

 


10. Wie stehst du zum Thema Spoiler ? Gerade bei besonderen Locations ist es doch sicher sehr schade, wenn vorab gespoilert wird?!

 

Es gibt zum Thema Spoiler ja immer wieder die gleichen Diskussionen. Die Einen sagen, solange keine Ortsangabe oder GC-Code dabei sind, wäre es (formal) gar kein Spoiler und die Anderen sagen, jetzt wo ich die Besonderheit eines Caches schon gesehen habe, muss ich ja nicht mehr hin, weil die Überraschung schon vorweggenommen wurde. Ich möchte noch einen weiteren Aspekt in die Runde werfen: Ich habe es leider schon erlebt, dass nach Spoilerbildern spätere Besucher den Cache einfach kaputtgemacht haben, weil sie zwar das Endergebnis gesehen hatten aber den Weg gar nicht kannten, wie man zu diesem Endergebnis kommt und das ist dann sehr ärgerlich. Insgesamt finde ich Spoiler deshalb nicht schön. Ich freue mich natürlich, wenn meine Caches so gut gefallen, dass man sie weiterempfehlen möchte, aber ich denke man kann das ja auch mit einem Appetizer machen, ohne gleich alles zu zeigen und die Überraschung zu verderben.

 

11. Wir können uns auch vorstellen, dass du sicher eine Vielzahl an besonderen Erlebnissen mit Cachern hattest? An welche Erlebnisse denkst du gerne zurück? Gab es auch negative Erlebnisse?

 

In 10 Jahren Hobby kommt so einiges an Erlebnissen zusammen, mal zum Lachen, mal zum Freuen, mal zum Weinen. Eine sehr traurige Geschichte erlebte ich bei den Goonies. Ein Team hatte ihren Logbucheintrag zusammen mit einem Pfotenabdruck ihres Hundes versehen. Später erhielt ich die Nachricht, dass der Hund verstorben sei und man bat mich um die Logbuchseite als Erinnerung. Dem bin ich natürlich gerne nachgekommen. Auch Begegnungen mit Ordnungshütern kamen schon mehrfach vor, das verlief aber immer harmlos oder eher lustig. Auch die Zusammenarbeit mit dem Special Guest bei der Erfindung des Telephons war super. Ansonsten durfte ich sehr viele supernette Menschen durch das Hobby kennenlernen, sowohl bei den Besuchern als auch bei mittlerweile befreundeten Ownern. Man liest natürlich auch unheimlich viele sehr schöne Geschichten, von Hochzeitspaaren oder Jubiläen. Besonders freue ich mich immer, wenn auch die kleinen Besucher Spaß an einem Cache hatten.

 

12. Liest du alle Logs? Wie ist deine Meinung zu Einheitslogs?

 

Ja, absolut. Ich lese wirklich alle Logs und ich ärgere mich auch nach so vielen Jahren und vielen tausend Logs noch manchmal über Einheitslog, denn natürlich kommen bei mir oft Besucher vorbei, die gleich mehrere Caches absolvieren und dann manchmal am Ende nur einen Copy&Paste-Log an allen Caches hinterlassen. Ich denke mir dann immer, ich habe doch auch nicht nur einfach irgendwo 5 identische Filmdosen und Listings ausgelegt? In den Caches stecken viel Arbeit, Zeit, Geld und Herzblut. Ich mache das gerne und schöne Logs halten einfach die Motivation hoch, auf Dauer nicht das Handtuch zu werfen. Den letzten Cache, Das Erbe der Tempelritter, hätte es z.B. definitiv nicht mehr gegeben, wenn ich nicht bei den Helden der Kindheit so extrem viele tolle Logs bekommen hätte und dadurch auch die Lust, noch einmal etwas Neues anzufangen. Ich kann ja verstehen, wenn Besucher viele Caches an einem Tag machen und bei Powertrails sind sicher auch Einheitslogs normal, aber ich erlebe halt auch Teams, die an einem Wochenende so viele Favoritenpunkte wie möglich "ercachen" wollen und dann auch nach der totalen Reizüberflutung nur noch Copy&Paste loggen. Das ist ja dann kein Trail gewesen, sondern oft richtig tolle Caches am Stück. Da ist es dann schon schwer nachvollziehbar, dass Mitspieler zwar die tollen Caches lohnenswert für einen Extra-Ausflug finden und zu einer Tour zusammenstellen, aber ausgerechnet diese Owner mit Copy&Paste "belohnen", während sie dann die Leitplanken-Filmdose zwischendurch sogar mit einem individuellen Log bedenken. Ich gebe es zu, ich bin etwas altmodisch: Ich finde, man darf beim Loggen schon auch mal das Wort "Danke" oder Akronyme wie "DFDC/TFTC" benutzen. ;) Manchmal bleibt selbst das bei Logs aus. Natürlich bezieht sich dieses Ärgernis auf die Minderheit der Logs, die Mehrzahl der Besucher gibt sich schon richtig Mühe und "entlohnt" damit meine Arbeit.

 


13. Du hast ja auch gerade erst wieder einen neuen Cache rausgebracht - wie ist die Idee dazu entstanden? Dieser Mystery hat ja auch in kürzester Zeit schon wieder eine Vielzahl an Favoritenpunkten sammeln können. Kannst du der Community ein wenig von deiner neuen Dose erzählen?

 

Eigentlich musste ich einen neuen Standort für einen älteren Cache suchen. Die neue Location war schließlich gefunden und dann kam schnell Eins zum Anderen. Ich wollte schon immer mal dort einen Cache legen, weil es eine wirklich schmucke Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern hat. Die Story zu den Tempelrittern und Freimaurern war schnell gesponnen, mit etwas Recherche ausgearbeitet und glücklicherweise mit Peppi07 auch ein Mitstreiter gefunden. Nachdem ich immer mal wieder an anderen Multis zu lesen bekam, dass man sich knackigere Rätsel und Aufgaben gewünscht hätte, sind wir dann hier in die Vollen gegangen und anfangs richtig weit übers Ziel hinausgeschossen. Unsere Betatester hatten am Anfang keine Chance, den Cache alleine zu lösen und wir mussten nach jedem einzelnen Testlauf wieder Gas rausnehmen. Inzwischen haben wir ein Setup im Outdoorpart, das wahrlich kein Selbstläufer ist aber wenn man Zeit mitbringt und sich auf die Rätsel einlässt, kann man alles logisch herleiten und dies gelingt umso besser, je mehr man das Listingrätsel gelöst hat, denn beides ist bei diesem Cache sehr eng verknüpft.

Manchmal muss ich über Logs schmunzeln, die sinngemäß kritisieren, dass die Owner bewusste Stolperfallen und die schweren Rätsel ausgelegt hätten, um die Besucher zu ärgern. Alleine die Annahme, irgendjemand würde einen solchen Aufwand betreiben, um die Mitspieler zu "ärgern" ist schon absurd. ;) Im Listing und Kalender gibt es zahlreiche Warnungen, dass es um sehr knackige Rätsel geht. Unser Appell lautet von daher: Niemand will hier irgendwen ärgern, es ist ein schwerer Cache für Spieler, die gerne und ausgiebig Knobeln! Wer darauf keine Lust hat, sollte besser zuhause bleiben, das erspart Frust auf beiden Seiten und ist allemal besser, „trotzdem“ zu kommen, nur weil man Angst hat, vielleicht etwas verpassen zu können. ;)

 

14. Du hast ja auch wirklich einige tolle und vor allem sehr bekannte Dosen. Andere Owner ergattern in ihrer Laufbahn vllt mal eine besondere Location. Wie siehst du das Ganze?

 

Ich habe ein paar Caches am Start, bei denen nicht unbedingt die Location im Vordergrund steht, sondern der Cache mit seinen Spielereien und Aufgaben. Gute geeignete Locations ohne Abstandskonflikte gibt es nur noch ganz selten. Mir ist es wichtig, dass ich möglichst schnell zur Wartung vor Ort sein kann, deshalb bin ich im Radius für meine Caches eingeschränkt. Die Geschmäcker sind natürlich auch sehr verschieden, was ist also eigentlich eine besondere Location? Manchmal darf es auch ein schöner Spaziergang in einem tollen Waldabschnitt sein, letztlich spielen wir ja ein Outdoor-Spiel. Bei der Auswahl der Location kommt für mich schließlich immer auch die Frage dazu: Verträgt die Stelle auch die Besucherzahlen, die bei einem Cacheprojekt zu erwarten sind?

 

15. Wie lange hat der Bau der neuen Dose beansprucht? Hattest du Hilfe dabei? Wie

ist der bisherige Wartungsaufwand einzustufen?


Das neueste Projekt ging tatsächlich verhältnismäßig schnell: Nach gerade einmal 4 Monaten hatten wir alles fertig für die Betatester. Ich bin sehr dankbar, dass Peppi mich hier unterstützt hat, er wohnt auch deutlich näher am Spielfeld. Der Wartungsaufwand hat sich mittlerweile auf ein erfreuliches Maß eingependelt. Bei technischen Spielereien hat man am Anfang oftmals Kinderkrankheiten. Deswegen bin ich dann auch nach dem Publish besonders häufig, meist täglich vor Ort, um zu schauen, was gut läuft und wo es evtl. noch hakelt. Diese Optimierungsphase ist seit ein paar Wochen abgeschlossen und seitdem ist es doch deutlich entspannter.

 


16. Denkst du es gibt Konkurrenzdenken unter den "großen" Ownern?

 

Nein, das glaube ich nicht, wobei ich mich mit dem Begriff "große Owner" schwer tue. Ich kenne viele der Owner, die wirklich herausragende Caches ausgelegt haben, nicht nur in Hessen, sondern deutschlandweit und neben den überregional bekannten Caches und Ownernamen gibt es ja unzählige Cache-Perlen und Owner, die mit nicht weniger Herzblut bei der Sache, aber (noch) nicht so bekannt sind. All diesen Ownern ist es in meiner Wahrnehmung fremd, andere Owner als Konkurrenz zu sehen. Man tauscht sich auch häufiger mal aus, wenn Dinge nicht so rund laufen oder mal ein größeres Problem aufgetaucht ist und man hilft sich auch gegenseitig. Owner mit sehr aufwändigen Caches können, glaube ich, auch sehr gut anderen Ownern ihre erfolgreichen Projekte gönnen, weil sie viel eher erkennen, was für eine (manchmal auch versteckte) Arbeit in einem Projekt steckt. Das Cache legen ist ja auch kein Wettbewerb, auch wenn es mit Statistiktools Listen gibt. Ich will mich an der Stelle gar nicht ausnehmen und freue mich natürlich, wenn meine Caches dort auch erscheinen. Aber ich würde meine Caches niemals mit einem "Buchbinder" vergleichen, das wäre ja absurd. Leider geschieht aber genau das bei manchen Cachern, die schon vor dem Besuch Vergleiche ziehen und Erwartungen aufbauen, anstatt jeden Cache unvoreingenommen zu besuchen.

 

17. Hast du eine Message an die Community?

 

Ja, ich würde tatsächlich eine Lanze für schöne Logs brechen wollen. Mir haben die tollen Logs bei den Helden der Kindheit sehr viel von der schon verlorenen Motivation zurückgebracht. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich lese, es sei ja längst alles gesagt, um damit einen Kurzlog zu rechtfertigen. Nein, es geht ja immer um das persönliche Erlebnis der Besucher und es geht auch gar nicht darum, Romane zu schreiben. Es geht um individuelle Logs, die sich um den besuchten Cache drehen. Ich glaube das ist das Mindeste, was man wirklich jedem Owner zurückgeben kann, denn die sind ja im Grunde auch ganz normale Mitspieler der Community und hätten in der Zeit, wo sie den Cache versteckt haben, auch selbst spielen gehen können.

 

18. Was sind deine persönlichen Lieblingsdosen? Kannst du uns 3 Cacheempfehlungen aussprechen?

 

Oje, das ist schwierig, ich komme da wahrscheinlich auf die gleichen klangvollen Cache-Namen zurück wie die Meisten (Buchbinder, Vergissmeinicht, Historiker, Dexter oder ganze Cache-Areale wie der Heldenwald in Lorsch oder Wachtendonk). 3 konkrete Empfehlungen aus der letzten Zeit wären Das Siegel des Königs von den Finkenpiraten und vielleicht (noch) etwas weniger bekannte Caches wie Im Radio ist ein...? von Der Helfer und Die drei ??? und die Feuerdiamanten von Gezwitscher.

 


19. Zukunftsmusik - gibt es Ideen und Pläne? Was kann die Community noch von dir erwarten? Bist du so langsam "satt" oder kommt da noch einmal was?

 

Man soll ja niemals nie sagen, aber aktuell kümmere ich mich ausschließlich um die Wartung der bestehenden Projekte. Vielleicht fängt auch mal wieder irgendwann das Kribbeln an und an Ideen scheitert es sicher nicht. ;) Im Gegenteil, in meiner Werkstatt schlummern noch viele unverbaute Dinge. aber ich habe absolut nichts Konkretes in der Pipeline für einen neuen Cache, zumal bei den existierenden einige Änderungen bei Stationen nötig werden.

 

20. Was denkst du, wie wird sich das Spiel weiterentwickeln? Was können wir in den nächsten Jahren erwarten?

 

Ich kann ja nicht in die Zukunft sehen, habe aber den Eindruck, dass in Bezug auf die Cachequalität die Schere immer weiter aufgeht: Es gibt eine aus meiner Sicht wachsende Zahl wirklich bemerkenswert toller Caches und gleichzeitig werden ganze Waldareale zugepflastert mit "Runden", bei denen ich mir gewünscht hätte, es wäre eher ein Multi geworden, um in den Wald zu locken, ihn aber andererseits vor dem Andrang vieler Punktesammler zu schützen. Den Besucherstrom eines Powertrails kann man halt nicht mit einem Kalender regulieren. Gleichzeitig erleben wir gerade aktuell eine rasant steigende Zahl von Labcaches, die ja auch kontrovers diskutiert werden. Für mich gibt es aber kein "früher war alles besser" und so sollte man immer aufgeschlossen sein für Neuerungen im Spiel, um es auch auf Dauer interessant zu halten.

 

21. Was macht für dich einen Cache besonders?

 

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, aber eins haben besondere Caches in meinen Augen immer gemeinsam: Man erkennt schnell, dass sich der Owner besondere Mühe gegeben hat. Ich habe mal im Urlaub einen Cache gefunden, der ganz offensichtlich von einem kleinen Mädchen versteckt wurde. Thema: Pferde, viel Glitzer, pink, hübsch dekoriert, ein schönes Logbuch gebastelt, Cache-Location gut ausgewählt, ordentliche wasserdichte Dose, zusätzliche Deko, ein Hufeisen, Tarnung der Dose. Einfach alles richtig gemacht. In Summe sicher nichts, was erfahrene Cacher als Highlightcache bezeichnet würden, aber für mich war der Cache absolut besonders, denn das war in meinen Augen beeindruckend, selbst wenn das Kind Hilfe gehabt haben sollte. So etwas passiert, wenn man ohne Erwartungshaltung an Caches herangeht. Dann bleiben Enttäuschungen aus und man wird häufiger positiv überrascht. Was große aufwändige Cache-Projekte angeht, gibt es glaube ich kein Patentrezept. Es gibt ja einen Trend zu Indoor-Finals / -Stationen, die dann auch eine gewisse Wetterunabhängigkeit für die gebuchten Termine ermöglichen, aber ich spiele auch sehr gerne draußen und da kann man nicht die gleiche Materialschlacht erwarten, wie hinter einer muggelsicheren Tür mit Schlössern. Da müsste ein Owner ja schon fast einen an der Klatsche haben, wenn er sowas trotzdem versucht. ;)

 


22. Was würdest du einem Anfänger mit auf den Weg geben?

 

Ich würde mir wünschen, dass sich neue Mitspieler ein bisschen mehr mit dem Spiel auseinandersetzen. Ich habe mir damals nach meinem ersten eigenen Fund in vielen Stunden Webseiten zum Thema angeschaut und in Foren gelesen, ehe ich dann wieder losgezogen bin.

 

23. Wenn du die Möglichkeit hättest etwas am Spiel zu verändern, was wäre das dann?

 

Ich würde das Favoritenpunktesystem erheblich ändern und ich würde mir sehr wünschen, dass Groundspeak endlich den Testballon aus Norwegen weltweit freischaltet, um Logs bewerten / kennzeichnen zu können. Damit könnten dann Sucher vor Ort die Logs nicht nur nach Funddatum sortieren, sondern auch nach "Hilfreicher Log" oder Logleser wie ich generell bei interessanten Caches auch die "great Stories" lesen.

 

23. Hast du einen Lieblingsowner?

 

Ja und die wissen das auch. ;)

 

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für die sehr ehrlichen und offenen Worte und den freundlichen Austausch bedanken! Wir wünschen Dir für die Zukunft nur das Beste.

Danke TCapitano.

Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Interview einen weiteren sehr interessanten  Owner aus der Community ein wenig näher vorstellen konnten.

An Qualität kommt man als leidenschaftlicher Geocacher eben nur sehr schwer vorbei.

Wer noch einmal einen Überblick über seine bisher veröffentlichten Dosen sucht, der findet hier sein Profil.

Des Weiteren haben wir auch eine Webseite von TCapitano finden können. Diese haben wir hier noch einmal verlinkt.

 

Bleibt  gesund und always happy hunting,

 

Micha & Karo