#17# w.iliam

Der Norden hat ein neues Highlight, wenn nicht sogar das Highlight des Nordens. Ein Multi, der sich vor den ganzen anderen "großen" Dosen in keinster Weise zu verstecken braucht. Wir hatten das Glück einen  freien Termin auf dem Rückweg von vergissmeinnicht zu ergattern. Trotz der ganzen Eindrücke, die wir an diesem Tag schon sammeln konnten, hat uns diese Neuerscheinung noch einmal enorm beeindruckt. Tolle Aufgaben und ein Finale, mit dem so wohl keiner gerechnet hätte. Wer die Möglichkeit hat, der sollte sich hier unbedingt einen Termin sichern.

 

Wir haben die Owner kontaktiert und ihnen einige Fragen zukommen lassen. Den sehr netten Austausch haben wir folgend einmal für euch niedergeschrieben.

 

Viel Spaß beim lesen des Interviews!

Das Interview


1. Stellt euch doch einmal vor.

 

Wir sind Manuela und Norbert und kommen aus dem Landkreis Diepholz, südlich von Bremen. Bei unserem Projekt w.iliam unterstützen uns unser Sohn Konstantin, der uns viel über Spielspaß und die wirklich wichtigen Dinge bei einem Cache beibringt und Manuelas Vater Karl Heinz, der unsere manchmal verrückten Ideen baulich unterstützt.

 

2. Wie seid ihr zum Geocaching gekommen?

 

Eine Freundin hat ihr neues Hobby mal nebenbei erwähnt und da wir schon immer gerne draußen waren und viel gewandert sind, mussten wir das unbedingt ausprobieren. Also wurde ein günstiges GPS-Gerät erstanden, ein Account erstellt und schon ging es los. Unsere erste Dose war leider nicht so toll. Das war eine alte Kunststoffflasche in einem hohlen Baum, die vorher von einem Muggel gefunden worden war. Dieser hatte sich dann relativ abfällig über dieses sinnbefreite Hobby im Logbuch ausgelassen. Wir waren uns aber trotzdem sicher, dass wir weitermachen werden. Dann haben wir noch einen zweiten Cache gesucht und unsere Erfolge bei einem schönen Abendessen gefeiert. Und dann ging es los. Seit 2011 sind wir diesem Hobby verfallen und genießen gerade auch in diesen besonderen Zeiten die Vielfältigkeit unseres Familienhobbys.

 

3. Wie ist euer GC-Benutzername entstanden?

 

Unser GC-Benutzername ist eigentlich ganz einfach ein Anagramm aus unserem ursprünglichen Cachernamen. Das passte irgendwie total gut und inzwischen gefällt uns w.iliam fast besser als unser eigentlicher Name, aber damals haben wir auch nicht solange und gründlich überlegt.

 


4. Entwickelt sich eine Idee aus der Location heraus oder ist es eher andersrum?

 

Die Frage können wir nicht so einfach mit Location oder andersrum beantworten. Die Entstehung eines Caches ist (zumindest bei uns) ein Prozess. Manchmal gibt es ein kleines Bauteil, auf dem wir aufbauen (so zum Beispiel beim Cache w.iliams Schatz GC7J9HN). Bei unserem ersten Multi war uns eigentlich zuerst klar, wo die Streckenführung und das Final sein werden. Bei der Werkstatt waren es ganz viele kleine Puzzlestücke, die letztlich diesen Cache so haben werden lassen wie ihr ihn jetzt spielt.

 

5. Welcher ist euer aufwendigster Cache und wieviel Zeit ist verstrichen, von der ersten Idee bis zum Publish?

 

Am längsten Zeit haben wir für unseren ersten Cache gebraucht, die Komplexität hat uns (unerfahren wie wir waren) manchmal an unsere Grenzen gebracht. Hier haben wir ca. 1,5 Jahre gebraucht, ehe wir uns getraut haben, die Runde zum Publish einzureichen. Vielleicht würde uns das heute etwas leichter fallen. W.iliams Werkstatt hat uns gedanklich auch eine ganze Zeit beschäftigt, da war aber eher das Herrichten der Location die Schwierigkeit. Der Cache selber ist ein Corona-Werk. Mangels anderer Aktivitäten konnten wir ganz viel Arbeit investieren und nach etwa drei Monaten haben wir uns an die Feinheiten gemacht. Nach insgesamt 6 Monaten Bauzeit gab es den Startschuss.

 

6. Wie ist die Idee zum Multi „w.iliams Werkstatt“ entstanden?

 

So ganz genau können wir uns nicht mehr daran erinnern. Wir wussten relativ früh, dass wir nicht so viele Rätsel nutzen möchten, wahrscheinlich weil wir dabei nicht so talentiert sind. Besonders gut können wir handwerklich arbeiten und da lag dann natürlich die Idee recht nahe, dass wir das Thema Werkstatt aufgreifen. Die vielfältigen Möglichkeiten haben wir dann beim Bauen immer mehr ausgeschöpft.

 


7. Wie würdet ihr diesen Multi beschreiben? Was erwartet uns Geocacher?

 

Zu Beginn nervt dieser Cache die Allermeisten. Dann ziert sich die Zwischenstation viel zu sehr, aber wenn ihr es bis dahin geschafft habt, wird alles viel besser. Zumindest scheint es erstmal so, bis wieder alles schwierig ist und viele sich die Haare raufen. Wer sich dann trotzdem nicht geschlagen gibt, sondern sich durchbeißt, der wird belohnt, wie es sich nach der ganzen anstrengen Arbeit gehört. Und zum Schluss wird auch die Geschichte um den kauzigen w.iliam rund.

 

8. Was kostet so ein aufwendig gemachter Cache?

 

Das wollen wir nicht wissen. Akribisch haben wir alle Quittungen vernichtet, geschickt hat mal der eine, mal der andere eingekauft. Keiner hat je nachgefragt, was denn etwas gekostet hat. Gefühlt waren die Kosten nicht so hoch, wenn wir genauer überlegen wollen, brechen wir schnell ab und widmen uns wichtigeren Aufgaben.

 

9. Wie verhält es sich mit dem Wartungsaufwand bei euren Dosen?

 

Der Wartungsaufwand ist durchaus vertretbar, manchmal müssen wir lange Zeit nichts warten, dann sind doch mal etwas aufwendigere Dinge verschlissen. Von ganz vielen verbauten Details haben wir mehrere Ausführungen liegen, so dass wir relativ schnell reagieren können. Bei der Werkstatt zum Beispiel ist der Wartungsaufwand im Verhältnis zur Besucheranzahl sehr überschaubar. An dieser Stelle möchten wir den Cachern einen großen Dank aussprechen, dass sie so pfleglich mit den Caches umgehen.

 


10. Wie steht ihr zum Thema Spoiler? Gerade bei besonderen Locations ist es doch sicher sehr schade, wenn vorab gespoilert wird?!

 

Natürlich ist es schade und das wissen wir alle, aber wir alle spoilern absichtlich oder unbewusst ja auch immer wieder. Bei jeder Empfehlung, die ausgesprochen wird, sind fast immer auch Spoiler dabei. Viele Tipps werden relativ vorsichtig gegeben, um die Neugierde der Anderen zu wecken, aber der Grat zwischen zu viel und gerade richtig ist hier mehr als schmal. Daher verzichten wir persönlich beim Cachen auch weitestgehend auf die Veröffentlichung von Fotos.

 

11. Wir können uns auch vorstellen, dass ihr sicher eine Vielzahl an besonderen Erlebnissen mit Cachern hattet? An welche Erlebnisse denkt ihr gerne zurück? Gab es auch negative Begegnungen?

 

Negative Erlebnisse gibt es wenige bis keine. Die schönen Erlebnisse hingegen sind ausgesprochen vielfältig. Als Owner geht das los bei kleinen Geschenken als Dank für einen Cache oder eine Hilfestellung. Des Weiteren bekommen wir ganz viele tolle Fotos, die die pure Freude über den Cache und das Finale zeigen. Manchmal rufen Cacher auch an, um einfach "Danke" zu sagen. Auch die Begegnungen unterwegs sind toll. Wir haben fast nur Cacher getroffen, die sehr freundlich waren.

 

12. Lest ihr alle Logs? Wie ist eure Meinung zu Eineitslogs?

 

Natürlich lesen wir alle Logs. Es ist unglaublich, wie kreativ die Cacher sein können. Und das macht soviel Freud! Oftmals stiehlt sich ein Grinsen ins Gesicht und dann geht es mit neuer Energie und Schwung an unsere zuvor unterbrochene Aufgabe. Wir kennen keine Einheitslogs, zumindest nicht als Owner. Bisher haben sich alle Cacher unglaublich viel Mühe mit individuellen Logs gegeben.

 


13. War bei eurem neuen Multi sofort die Location klar oder hat sich diese erst mit der Zeit herauskristallisiert?

Das Finale hat uns auch total überrascht. Mit sowas haben wir in keinster Weise gerechnet! Das war wirklich genial.

 

Bei dem neuen Multi war tatsächlich als erstes die Location klar. Danach haben wir dann relativ schnell das Konzept fertig gehabt, haben Zubehör besorgt und eingekauft. Das Entwickeln und Ausdenken eines solchen Caches macht soviel Spaß, da gibt es erstmal keine Grenzen, keine Einschränkungen, die Gedanken und Pläne gehen auf große Kopfreise. Alles ist möglich. Und dann bringst du das Ganze in deinen Rahmen, nutzt deine Möglichkeiten, um letztlich einen runden und schlüssigen Cache zu bekommen. Wir persönlich mögen gerne schöne Finale, die zumindest eine kleine Steigerung zu den vorherigen Stationen sein sollten. Außerdem ist uns wichtig, dass unsere Caches für Kinder geeignet sind, wir spielen auch oft und gerne als Familie.

 

14. Euer Multi ist ja auch nur mit einem Kalender spielbar. Terminkalender – ein Fluch oder ein Segen? Wie sind eure Gedanken dazu?

 

Wir persönlich spielen total gerne ohne Kalender. Gerne denken wir an die Zeit, als tolle Caches noch so spielbar waren und an den Parkkoordinaten die anderen Cachemobile standen. Viele Cacher hat man immer wieder getroffen, oft haben wir spontan gemeinsam gespielt. Manchmal harmonierten diese Teams so gut, als würde man schon ewig zusammen spielen. Die persönlichen Begegnungen mit anderen Cachern waren und sind immer noch etwas ganz Besonderes. Mit Vielen ist man sofort auf einer Wellenlänge. Durch den Kalender wird ja genau das vermieden, aber manche Caches lassen einfach nichts Anderes zu, so ist es auch bei unserer Werkstatt. Ursprünglich hatten wir den Kalender nur für die ersten Wochen nutzen wollen, bis sich der erste Ansturm gelegt hat. So der Plan.

 

15. Denkt ihr es gibt Konkurrenzdenken unter den „großen“ Ownern?

 

Wir glauben, dass jeder Owner stolz auf sein Werk ist und sich bestimmt große bis sehr große Mühe gegeben hat. Herausragende Caches (im Sinne von besonders aufwendig gebaut) rufen, glauben wir, keinen Neid hervor. Im allerbesten Fall spornen sie andere Owner an, so dass vorher gedachte Grenzen verschoben und neu definiert werden müssen. Ohne die revolutionären Ideen mancher Owner hätte sich das Spiel nicht so entwickelt, wie wir es heute erleben dürfen.

 


16. Habt ihr eine Message an die Community?

 

Nein, denn wir sind Niemand, der das Recht auf eine Message hat. Da gibt es Andere, denen mehr Gehör geschenkt werden sollte. Wir haben einen Wunsch an die Community: Seid fair zueinander. Geocaching ist ein Hobby, vielleicht auch das tollste Hobby der Welt. Habt Spaß und Freude, seid nicht zu ehrgeizig und verbissen. Genießt die großen, kleinen, aufwendigen und einfachen Dosen. Jeder Owner will euch eine Freude machen, schätzt das Engagement.

 

17. Was sind eure persönlichen Lieblingsdosen? Könnt ihr uns 3 Cacheempfehlungen aussprechen?

 

Lieblingsdosen variieren bei uns je nach Tagesform, Jahreszeit, Stimmung und Team. Manchmal sind einfachste Hinweise in einem tollen Wald mit der Familie grandios. An anderen Tagen genießen wir aufwendige Basteleien. Angeln ist oftmals ziemlich lustig. Lost Places haben ihren eigenen Charme und üben eine unglaubliche Faszination aus. Klettern ist immer noch aufregend. Doch die Hauptsache ist, dass wir cachen gehen können. Cacheempfehlungen können wir nicht aussprechen, dazu müssten wir uns ja auf nur drei Caches festlegen. Das wären bei uns mindestens so ziemlich genau siebenundrölfzig.

 

18. Zukunftsmusik – gibt es Ideen und Pläne? Was kann die Community noch von euch erwarten?

 

Wir haben ganz viele Ideen, konkrete Pläne gibt es aber aktuell (noch) nicht. Das liegt an unseren eigenen Ansprüchen, denen eine neue Dose natürlich gerecht werden müsste. Wir möchten vorallem, dass unsere vorhandenen Caches in einem guten Zustand sind. Die Zeit für den Bau, unsere eigene Cachezeit und unsere Arbeit lassen nicht mehr soviel Spielraum frei, aber wir halten Augen und Ohren offen, wer weiß worüber wir noch stolpern werden.

 


19. Was denkt ihr wie wird sich das Geocaching weiterentwickeln? Was können wir in den nächsten Jahren erwarten?

 

Prognosen abzugeben fällt uns relativ schwer. Letztlich spielen verschiedenste Faktoren eine Rolle bei der weiteren Entwicklung. Wenn wir eine Aussage treffen dürfen: Geocaching wird noch viel toller, spannender, aufregender, bekannter und schöner werden, als wir alle glauben.

 

20. Was macht für euch einen Cache besonders?

 

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal begeistert uns ein Cache total, der keine gute Quote oder viele Favoritenpunkte hat, aber einfach liebevoll in einen schönen Wald gebaut wurde und für uns schlüssig ist. Aber auch vermeintlich einfache Caches, bei denen unser Sohn mit seinem Können und Wissen punkten kann. Toll sind auch immer die frechen Dosen, bei denen man sich anschaut und denkt: Dort? Nicht deren Ernst. Manchmal führen uns Caches an besonders sehenswerte Orte, auch das schätzen wir sehr. Besonders ist fast jeder Cache, bei dem sich der Owner Gedanken gemacht hat.

 

21. Was würdet ihr einem Anfänger mit auf den Weg geben?

 

Wir würden Anfängern raten, sich nicht gleich zu schwierige Dosen vorzunehmen und sich etwas Zeit zu lassen, das Spiel gründlich und von der Pike auf kennenzulernen. Wir finden ein gewisses Steigerungspotenzial sehr wichtig.Toll ist es auch, wenn man auf Events persönliche Kontakte knüpfen kann. Viele erfahrenere Cacher sind sehr hilfsbereit und unterstützen bei Fragen. Und mit genügend eigener Erfahrung wird auch das Auslegen eigener Dosen erfolgreicher werden.

 


22. Wenn ihr die Möglichkeit hättet etwas am Geocaching zu verändern, was wäre das dann?

 

Als Owner stellen wir in letzter Zeit einen Trend fest, den wir nicht so ganz nachvollziehen können. Wir sind im Zeitalter der „Nicht-mehr-Logger“ angekommen. Grundgedanke ist wohl, dass man sich und anderen nichts mehr beweisen muss und daher auf die Online-Logs verzichtet. Eigentlich ist uns das egal, soll Jeder selber entscheiden. Nun kommt das große ABER. Die Motivation eines Owners ist ja, dass man anderen Cachern eine Freude bereiten möchte. Davon erfährt man in der Regel durch den Online-Log. Fällt diese Rückmeldung, das DANKE, weg, sinkt auch irgendwann die Motivation für neue Projekte. Wir stecken sehr, sehr viele Arbeitsstunden in unsere Caches, die Cacher investieren Stunden, um die Logbücherzu finden. Warum wird dann an den letzten 10 Minuten für einen oder drei oder fünf Logs gespart? Das würden wir gerne, wie auch immer, ändern.

 

23. Habt ihr einen Lieblingsowner?

 

Haben wir, die legen aber leider keine Caches mehr. Wir haben deren Katzensymbol später noch einmal wiedergesehen. Das werden wohl für immer unsere Highlights bleiben. Danke an die Owner, die unsere Bäuche haben kleiner werden lassen...

 

Wir danken euch für den sehr netten Austausch und wünschen euch maximale Erfolge mit eurer neuen Dose!

 

Wir hoffen, dass wir euer Interesse mit diesem Interview wecken konnten.

Ihr habt noch keinen Termin für diesen Cache gemacht? Dann wird es aber höchste Zeit!

 

Du brauchst nur einmal hier zu klicken, dann wirst du direkt auf die Seite der Owner weitergeleitet und erhältst einen Überblick über alle bisher gepublishten Dosen.

 

Viel Spaß bei deinem nächsten Rucksackabenteuer,

 

Micha und Karo